Seit einem Jahr ist Hannes Wolf Trainer beim VfB Stuttgart. Foto: dpa

Am Mittwoch ist Hannes Wolf ein Jahr Trainer des VfB Stuttgart. Ein Auswärtssieg in der Bundesliga ist ihm in seiner Karriere noch nicht gelungen. Bei der dritten Gelegenheit dazu muss er vor allem den Ausfall des schwer verletzten Kapitäns Gentner auffangen.

Stuttgart - Der erste Auswärtssieg in der Fußball-Bundesliga wäre das passende Geschenk zum Dienstjubiläum von Hannes Wolf. Am Tag nach dem Duell mit Borussia Mönchengladbach am Dienstagabend (18.30 Uhr/Sky) ist Wolf genau ein Jahr Trainer des VfB Stuttgart - und braucht im Vorfeld der Partie nach der schweren Kopfverletzung von Kapitän Christian Gentner neben einer sportlichen Lösung vor allem seine menschlichen Qualitäten im Umgang mit der Mannschaft.

„Die ganz schlimmen Befürchtungen haben sich Gott sei Dank nicht bewahrheitet, sondern er ist auf dem Weg der Besserung“, berichtete Sportvorstand Michael Reschke am Sonntagabend in der SWR-Sendung „Sport im Dritten“. Gentner hatte sich beim 1:0 gegen den VfL Wolfsburg am Samstag durch einen Zusammenprall mit VfL-Keeper Koen Casteels eine schwere Gehirnerschütterung sowie Frakturen des Augenhöhlenbodens, der Nase und des Oberkiefers zugezogen.

Seine Mitspieler waren nach der Partie entsprechend niedergeschlagen. Aber Wolf ist jemand, der eine Mannschaft auch in solchen Situationen aufbauen kann. Der 36 Jahre alte ehemalige Jugendtrainer von Borussia Dortmund hat sich in den vergangenen zwölf Monaten im Verein großen Respekt erarbeitet. Weil er den Club aus einer komplizierten Situation heraus zur direkten Rückkehr in die Bundesliga geführt hat. Und weil er auf dem Weg dorthin auch nach harten Entscheidungen von seinen Spielern stets respektiert worden ist.

Wolf hatte alles andere als ideale Startbedingungen beim VfB vorgefunden

Unterstüzung bekam Wolf in dieser Zeit insbesondere von Kapitän Gentner - und muss darauf nun erst mal einige Zeit verzichten. Die Idee Wolfs hat das Team aber inzwischen verinnerlicht. „Er ist sehr detailversessen, er möchte seine Philosophie durchbringen. Das tut uns gut“, sagt Abwehrspieler Timo Baumgartl. Man sehe Wolfs Handschrift in der Mannschaft. Auch der neue Sportvorstand des VfB, Michael Reschke, sieht in dem Trainer viel Talent. Wolf sei ein „hoch interessanter, sehr intelligenter Trainer“, der ein Gespür dafür habe, eine Mannschaft zu führen - eine „wunderbare Kombination“, die den Verein entscheidend mittrage.

Dabei hatte Wolf vor zwölf Monaten alles andere als ideale Startbedingungen beim VfB vorgefunden. Der Club war durchwachsen in die Zweitliga-Saison gestartet, nach Querelen mit Ex-Sportvorstand Jan Schindelmeiser war der damalige Trainer Jos Luhukay nach nur vier Spielen zurückgetreten. Dann überraschte Schindelmeiser mit Wolf, der bis dahin nur Jugendteams von Borussia Dortmund trainiert hatte.

Aber der VfB wollte das Trainer-Talent, dass von den beiden Ex-BVB-Coaches Jürgen Klopp und Thomas Tuchel stark gefördert wurde, unbedingt. „Ich hatte schon meinen Bundeswehr-Schlafsack im Auto und war darauf vorbereitet, so lange bei Hans-Joachim Watzke auf dem Grundstück zu campieren, bis er den Hannes freigibt“, sagte Schindelmeiser damals scherzhaft über Verhandlungen mit BVB-Boss Watzke.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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