Die Ermittlungen nach dem tödlichen Stoß am Frankfurter Bahnhof dauern an (Archivbild). Foto: Boris Roessler/dpa

Nach dem tödlichen Stoß am Hauptbahnhof in Frankfurt hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts des Mordes gegen einen 40-Jährigen aufgenommen. Noch am Dienstag soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Frankfurt/Main - Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat im Fall des vor einen Zug gestoßenen Jungen Haftbefehl wegen Mordes beantragt. Ein 40-Jähriger werde wegen Mordes und zweifachen Mordversuches noch am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen in Frankfurt.

Der Mann sei verheiratet und habe selbst drei Kinder. Er schweige bislang zu der Tat. Täter und Opfer hätten sich nicht gekannt. Ein Test habe zudem ergeben, dass der Mann keinen Alkohol getrunken habe. Es gebe auch keine Hinweise auf Drogen.

Horst Seehofer will sich vor der Presse äußern

Dem Mann mit Wohnsitz in der Schweiz wird vorgeworfen, am Montag erst die Mutter und dann deren achtjährigen Sohn im Bahnhof vor einen einfahrenden ICE gestoßen zu haben. Während die Mutter sich noch retten konnte, wurde das Kind überrollt und getötet. Zudem habe der Mann noch versucht, eine 78-jährige Frau ebenfalls auf die Gleise zu schubsen. Diese habe sich jedoch wehren können. Sie wurde laut Staatsanwaltschaft dabei an der Schulter verletzt und erlitt einen Schock.

Der mutmaßliche Täter flüchtete und wurde von Passanten gestellt. Darunter sei auch ein Polizist gewesen, der zu der Zeit nicht im Dienst gewesen sei, sagte Niesen. Unklar sei noch, warum der Mann vor einigen Tagen aus der Schweiz nach Deutschland eingereist sei und welches Aufenthaltsrecht er habe. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat wegen der Tat seinen Urlaub unterbrochen und trifft sich mit Vertretern der Sicherheitsbehörden. Am Nachmittag will er sich vor der Presse äußern.

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