Die Katze Molly liegt auf einem Waldweg in der Plastikbox. Eine Spaziergängerin rettete das Tier aus dem Gefängnis. Foto: Tierheim Neustrelitz

Die Wut in Neustrelitz ist groß. Eine Katze wurde in einer geschlossenen Plastikbox im Wald ausgesetzt. Eine Spaziergängerin findet das Tier, das ansonsten wohl erstickt wäre. Nun beginnt die Suche nach dem Besitzer.

Neustrelitz - Fassungslosigkeit, Schock und Wut. Der schreckliche Fund auf einem Waldweg nur wenige Meter neben dem Tierschutzheim Neustrelitz wirkt bei den Mitarbeitern immer noch nach. „Es ist schwer für uns, nicht ausfallend zu werden“, heißt es in einer Mitteilung auf Facebook.

Was ist passiert? Am Mittag des zweiten Advents sieht eine ehrenamtliche Helferin beim Gassigehen eine weiße Plastikbox mitten auf einem Weg im Wald. Die Box ist verschlossen, keine Luft dringt ins Innere. Auf dem Boden liegt eine Katze, die Wände sind schon leicht beschlagen. Monique Schwarz leitet das Tierheim. Sie findet am Telefon drastische Worte für die Situation des Tieres: „Sie wäre elendig erstickt, wenn in den nächsten Minuten keiner vorbeigekommen wäre.“ Die Katze – die später Molly genannt wurde – konnte gerettet werden.

Zwei Aussetzungen pro Jahr in der Nähe des Heims

Kann sich die Leiterin vorstellen, warum Molly ausgesetzt wurde? „Für mich ist das nicht offensichtlich. Sie ist zwar übergewichtig, hat aber keine Frakturen, deren Behandlung viel Geld gekostet hätten.“ Geldprobleme seien für Besitzer ein häufiger Grund, ein Tier anonym abzustellen, erzählt Schwarz. Pro Jahr gebe es ungefähr zwei Aussetzungen in der Nähe des Tierheims. „Aber normalerweise werden die Tiere vor die Tür gestellt.“ Und normalerweise seien sie nicht in luftdichten Boxen gepackt.

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Das Tierheim konnte keine Katze mehr aufnehmen, mittlerweile lebt Molly im Katzenparadies Neustrelitz. Dort wurde sie untersucht, der Tierarzt stellte eine Fettleber fest. „Da hilft jetzt nur eine Diät“ sagt Manuela Jeschke vom Katzenparadies. Sie sucht nun nach dem Besitzer. Molly hatte keinen Chip, deshalb soll nun die Öffentlichkeit helfen. Für einen handfesten Hinweis hat das Katzenparadies aus eigener Tasche eine Belohnung von 200 Euro ausgerufen. Außerdem ist Anzeige bei der Polizei erstattet worden. Ihr Aufruf hat Facebook wurde tausende Mal geteilt. Trotzdem gibt es laut Manuela Jeschke noch niemanden, der Molly aufnehmen möchte.

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