Bei staubigen Gartenarbeiten sollte ein Mundschutz getragen werden, um sich vor dem Hantavirus zu schützen. Foto: factum/Weise

Das Hantavirus ist besonders im Südwesten aktiv - und für Menschen gefährlich. Die Zahl der Erkrankungen nimmt rasant zu. Grund dafür sind Bucheckern.

Stuttgart - Infektionen mit dem Hantavirus nehmen im Südwesten rasant zu. Seit Beginn des Jahres wurden dem Landesgesundheitsamt 464 Erkrankungen gemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag in Stuttgart mitteilte. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 22 Fälle. Damit zeichne sich ab, dass 2017 ein „Hantajahr“ werde, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

Das Hantavirus wird demnach von Nagetieren wie der Rötelmaus übertragen und verursacht bei Menschen eine grippeähnliche Krankheit. Auch Blutdruckabfall und Nierenfunktionsstörungen bis zum -versagen können folgen. Baden-Württemberg gehört den Anhaben zufolge zu den Hauptverbreitungsgebieten in Deutschland.

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Grund für die vielen Fälle ist laut Ministerium ein starkes Vorkommen von Bucheckern im vergangenen Jahr. Sie sind die Hauptnahrungsquelle der Rötelmaus, deren Population durch die gute Futtersituation stark gestiegen ist. Damit breitet sich demnach auch das Virus aus.

Staub sollte gemieden werden

Gebiete mit hohem Buchenwaldanteil sind daher am stärksten betroffen. Die höchsten Neuerkrankungsraten werden demnach in den Kreisen Reutlingen, Böblingen, Göppingen, Tübingen und Heidenheim beobachtet. Erkrankt waren zuletzt Menschen zwischen 4 und 85 Jahren. Bei mehr als der Hälfte der gemeldeten Fälle war demnach eine Behandlung im Krankenhaus nötig.

Um eine Infektion zu vermeiden, empfiehlt das Ministerium, Tätigkeiten zu vermeiden, bei denen Menschen mit erregerhaltigem Staub in Berührung kommen könnten. Dazu zählen etwa das Umschichten von Holzstapeln sowie die Reinigung und das Auf- und Umräumen von Dachböden, Kellern, Garagen und Schuppen.

Auch der Spaziergang im Wald kann zum Risiko werden, wenn der Wind dort Staub aufwirbelt.

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