Die Wärmedämmung an Stuttgarter Gebäuden und andere Energiesparmaßnahmen sollten stärker gefördert werden, meint der Hausbesitzerverein. Foto: Michael Steinert

Die Stadt sollte für die energetische Sanierung der Gebäude in Stuttgart zehnmal so viel Geld einsetzen wie geplant, meint der Haus- und Grundbesitzerverein. Er reagiert auf das von OB Kuhn vorgeschlagene Aktionsprogramm. Der Verein hat auch noch andere Wünsche.

Stuttgart - Der Stuttgarter Haus- und Grundbesitzerverein hält es für angemessen, dass die Stadt mit 25 Millionen statt mit 2,5 Millionen Euro pro Jahr die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden fördert. Mit dieser Forderung hat der Verein jetzt auf den hohen städtischen Haushaltsüberschuss von 2018 reagiert – und darauf, dass OB Kuhn 200 Millionen Euro zusätzlich für Klimaschutz ausgeben will. Der Vorsitzende Klaus Lang erklärte, die Immobilieneigentümer seien schließlich „wesentliche Akteure der Energiewende“, die jedoch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Durch niedrigere Heiz- und Stromkosten hätten auch Mieter Vorteile. Zudem müsse auch Stuttgart endlich den Aufbau privater Ladestationen für E-Mobile fördern, wie es in anderen Städten schon praktiziert werde.

Der Verein will den Überschuss auch für Wohnungen nutzen

Vereinsgeschäftsführer Ulrich Wecker kritisierte, dass der Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann (CDU) bei der Bekanntgabe eines Jahresüberschusses von 526 Millionen Euro „den Schatten einer Konjunkturflaute samt abnehmender Einnahmen an die Wand malte“ und dass Kuhn „alles auf die Karte Klimaschutz wirft“. Der frühere Stuttgarter Finanzbürgermeister Lang (CDU) forderte den Gemeinderat auf, einen Teil der für den Klimaschutzfond gedachten Mittel zu verwenden, um preiswerten Wohnraum zu schaffen. Lang: „Neben Ökologie und Klima muss man auch auf soziale Ausgewogenheit achten.“

Der Gemeinderat hatte allerdings schon vor rund einem Jahr 150 Millionen Euro für den Wohnungssektor reserviert, nachdem der Haushalt 2017 einen hohen Überschuss abgeworfen hatte.

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