Das Team der Detektei Eriba im Stuttgarter Kinderkrimi „Leon Lustig und der entführte Wilhelma-Pinguin“. Foto: Yann Lange

Mit Leseprobe - Vergesst Sherlock Holmes, Miss Marple, sowie Justus, Peter und Bob. Jetzt kommt Leon Lustig. Der Junge aus Stuttgart und seine Freunde von der Detektei Eriba knacken jeden Fall. Der neue Kinderkrimi von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten erscheint am Dienstag.

Stuttgart - Frau Frack ist weg. Entführt! Morgens hatte sie noch ihren Fisch schnabuliert, doch beim Mittagessen war sie plötzlich fort. Ein Bösewicht muss Frau Frack eingepackt und verschleppt haben. In der Wilhelma stehen sie vor einem Rätsel. Wo ist der Brillenpinguin Frau Frack? Die Zeit drängt. Denn so ein Pinguin stirbt auf dem Trockenen und ohne das richtige Futter. Ein Fall für Leon und seine Freunde.

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Leon kommt in die sechste Klasse. Er lebt mit seinem Vater in einer Wohnung nahe des Hauptbahnhofs. Abis Eltern kamen aus Äthiopien nach Stuttgart, Ali stammt vielleicht aus einem Land, in dem es Krieg gibt. Hilfe bekommen sie von einem Landei, Leons Bäsle Lea, vom Rand des Schwarzwalds. Sie trägt keinen Bollenhut, sondern Schwarz: Eine Emo, die genauso virtuos melkt wie sie ihr Smartphone bedient. Zusammen sind sie 44 Jahre alt und wiegen weniger als vier Kartoffelsäcke.

Ausgedacht hat sich das Quartett Uta-Maria Heim. Die Journalistin und Autorin, macht seit 25 Jahren Hörspiele für Erwachsene und Kinder, sie ist Trägerin des Deutschen Krimipreises und des Friedrich-Glauser-Preises, sie hat 28 Bücher geschrieben. Pardon, 29 sind es jetzt. Auf den Weg gebracht haben das Gemeinschaftsprojekt von Stuttgarter Nachrichten, Stuttgarter Zeitung und Schwarzwälder Bote die Redakteure Michael Gerster und Maria Wetzel, selbst große Leseratten.

Der erste Regionalkrimi für Kinder

Nun gibt es nicht wenige Krimis für Kinder und Jugendliche. Erich Kästner hat Emil und die Detektive ermitteln lassen, Kalle Blomquist kennt wohl jeder, und die Drei ??? sind ein Klassiker. Justus, Peter und Bob lösen ihre Fälle in Rocky Beach, einer erfundenen Stadt in Kalifornien. Leon und seine Freunde sind dagegen in Stuttgart unterwegs, an Orten wie der Wilhelma und dem Eckensee – und natürlich fahren sie mit der Zacke. Sprich: „Leon Lustig“ ist der wohl erste Regionalkrimi für Kinder.

Regionalkrimi, das ist ja eigentlich ein ziemlich strapaziertes Genre. Die Zahl der Bücher für Erwachsene ist schwer überschaubar. Kaum eine Stadt, Dorf oder gar Feldweg ohne eigenen Krimi. Heim beobachtet diese Entwicklung skeptisch: „Ich glaube nicht, dass die genaue Beschreibung eines Ortes einen guten Krimi ausmacht.“ Deshalb findet sie auch, dass man ihren Krimis dieses Etikett nicht anpappen darf. Mit einer Ausnahme: „Leon Lustig“. Heim: „Ich glaube, gerade für Kinder ist es besonders spannend und interessant, die Orte wiederzuerkennen, in denen sie sich bewegen.“

Das allein genügt natürlich nicht, dass ein Buch zu Lesefutter wird. Was macht ein gutes Kinderbuch aus? Heim: „Ich mag das Wort ,Augenhöhe‘ nicht. Das ist so klischeehaft. Man sollte sich in direkten Austausch mit den Kindern begeben, erfahren, wie sie fühlen und denken.“ Dann könne es gelingen, ein Buch für Kinder zu schreiben. „Und nicht eines für die Eltern!“

Von der Wirklichkeit inspiriert

So bewegen sich Leon Lustig und seine Freunde nicht durch eine Seifenblasenwelt, sondern durch ein ganz reales Stuttgart. Und auch ihr erster Fall ist von der Wirklichkeit inspiriert. Vor Jahren verschwand nämlich in der Wilhelma tatsächlich eine Pinguindame. Sie tauchte nie mehr auf. Ob Frau Frack das gleiche Schicksal blüht? Das wollen Leon Lustig und seine Freunde verhindern.

„Leon Lustig und der entführte Wilhelma-Pinguin“ wurde geschrieben von Autorin Uta-Maria Heim und illustriert von Yann Lange, Grafiker der Stuttgarter Nachrichten. Das Buch hat 150 Seiten und kostet 12,90 Euro. Es ist ab Dienstag, 15. September, im Handel oder direkt hier erhältlich.

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