Der Neubau der John-Cranko-Schule in der Nähe des Urbanplatzes wird mehr als fünf Millionen Euro teurer als geplant. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Der Neubau, in dem einmal die künftigen Stuttgarter Ballettstars ausgebildet werden sollen, wird deutlich teurer als geplant. Die Stadt Stuttgart lehnt eine weitere Zahlung jedoch ab. Sie pocht auf ihren Finanzierungsvertrag mit dem Land.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt sieht sich nicht in der Pflicht, Mehrkosten für den Neubau der John-Cranko-Schule von über fünf Millionen Euro mitzubezahlen. Das hat die Verwaltung am Mittwoch per Pressemitteilung erklärt. Nachdem das Finanzministerium die Stadt über die neue Entwicklung informiert hatte, habe man den Finanzierungsvertrag zwischen Land und Stadt von 2014 geprüft, heißt es darin.

Der Neubau der Ballettschule verteuert sich um 5,1 Millionen Euro, außerdem hat das Land einen neuen Risikopuffer von 0,5 Millionen Euro gebildet. Damit ergeben sich Gesamtbaukosten von 52,5 Millionen Euro. Die Stadt und die Porsche AG hatten über eine gemeinsame Stiftung 26 Millionen Euro zugesagt, davon der Autohersteller zehn Millionen. Der komplette Stiftungsbeitrag wird als Finanzierungsanteil der Stadt betrachtet. Und die habe sich im Vertrag wie das Land verpflichtet, die Hälfte von 48,4 Millionen Euro zu übernehmen. 5,5 Millionen hätten die Stuttgarter Staatstheater aus eigenen Mittel zugesagt.

Zustimmung für die Verwaltung von Stadträten

Von den jetzt diskutierten Mehrkosten von insgesamt 5,6 Millionen übernehmen die Staatstheater noch einmal zwei Millionen Euro. Über die Finanzierung der restlichen 3,6 Millionen Euro wollte das Land mit der Stadt reden. Aber nicht nur die Stadtverwaltung reagiert kühl. Ihre Erklärung sei sinnvoll, sagte SPD-Fraktionschef Martin Körner. Über die Gründe für die Mehrkosten werde sicherlich noch in den Ratsausschüssen geredet werden. Alexander Kotz (CDU), Chef der größten Fraktion, steht ebenfalls hinter der Verwaltung. Man werde auch nicht schwach, meinte er. Vom Land erwartet Kotz nicht nur die Übernahme der restlichen Mehrkosten, sondern auch die Garantie, dass es keine Abstriche an der Ausstattung zu Lasten der Ballettschule gebe.

Den Beitrag von Porsche hatten 2013 OB Fritz Kuhn (Grüne) und Porsche-Finanzvorstand Lutz Meschke vereinbart. Der frühere OB Wolfgang Schuster (CDU), der in einem Bericht dieser Zeitung erwähnt war, hatte Jahre vorher der Initiative eines Freundeskreises der Ballettschule den Weg bereitet, nicht mit Porsche die Stiftung vorbereitet.

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