Karla Borger und Britta Büthe sind in Rio de Janeiro bei den Olympischen Spielen ins Achtelfinale eingezogen. Foto: dpa-Zentralbild

Rio de Janeiro. Es war ein langer Abend für Karla Borger und Britta Büthe. Erst um 0:34 Uhr Ortszeit stand im Stadion an der Copacabana der Achtelfinal-Einzug der Stuttgarter Beachvolleyballerinnen fest. „So spät haben wir noch nie gespielt“, meinten sie, „jetzt geht das Turnier für uns noch einmal bei Null los.“

Rio de Janeiro - Ausgerechnet bei den Olympischen Spielen hatten Borger und Büthe, die auf der World-Tour die Gruppenphase zumeist auf Rang eins überstehen, den direkten Sprung ins Achtelfinale verpasst – und auf die Qualifikations-Runde der Gruppendritten („lucky looser“) hoffen müssen. Das lag daran, dass sie vor 12.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion in ihrem dritten und letzten Gruppenspiel gegen die Kanadierinnen Sarah Pavan und Heather Bensley zwar mit 16:13 führten, dann aber völlig den Faden verloren.

Die Deutschen unterlagen gegen das Duo der Gegensätze – Pavan ist mit 1,96 m die größte Spielerin auf der Tour, Bensley mit 1,71 m die kleinste – mit 19:21, 15:21. Mit nur einem Sieg belegten sie Rang drei, was auch TV-Experte Jonas Reckermann mit leichtem Unbehagen zur Kenntnis nahm. „Die beiden haben bisher hier in Rio noch zu selten auf ihrem eigentlichen Niveau gespielt“, meinte der Olympiasieger von 2012, „es fehlt an der Durchschlagskraft im Angriff, am Block und vor allem am Aufschlag. Dabei benötige Borger und Büthe einen guten Aufschlag für ihr Spiel. Bisher ist zu vieles Stückwerk.“

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Leistungssteigerung notwendig

Wenigstens war das Glück den Stuttgarterinnen hold. Nach nur einer Stunde folgte ab Mitternacht das Duell gegen die schwächste Mannschaft der Hoffnungsrunde – Olaya Pazo und Norisbeth Ayudo aus Venezuela. Durch einen deutlichen 2:0-Erfolg (21:13, 21:8) machten Borger und Büthe über einen kleinen Umweg, der zwar die eine oder andere Stunde Schlaf, aber wenigstens nicht allzu viel Kraft gekostet hat, den Einzug ins Achtelfinale perfekt. Dort muss dann am Freitag um 21 Uhr MESZ eine klare Leistungssteigerung her, sonst wird der Weg hier zu Ende sein. Niemand weiß das besser, als die Spielerinnen selbst.

„Wir haben bei Olympia noch nicht gezeigt, was wir können“, meinte Britta Büthe, während Karla Borger, die Deutschland-Fahne um die Schulter, erklärte: „Wir können noch ganz viele Sachen besser machen.“ Das wird auch nötig sein, denn im Achtelfinale an diesem Freitag geht es gegen Larissa/Talita. Das brasilianische Duo hat nicht nur seine Gruppe gewonnen, sondern auch die Fans im Rücken. Für Karla Borger kein Problem: „Es ist egal, wer uns nun gegenübersteht. Wir wollen zeigen, was wir drauf haben.“ Keine schlechte Einstellung für ein Spiel, nach dem der Verlierer die Koffer packen muss.

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