Menschen suchen in Krisenzeiten Informationen und Orientierung, sagt Professor Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa/Bernd Weissbrod

Eigentlich sollten Informationen von Politikern zur Corona-Pandemie verständlich sein. Sind sie aber nicht. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Studie der Universität Hohenheim. Die Forscher haben tausende Pressemitteilungen und Aussagen deutscher Minister ausgewertet.

Stuttgart - Mit langen Sätzen, Wortungetümen und Fachbegriffen erschweren Politiker nach einer Studie der Stuttgarter Universität Hohenheim das Verständnis von Informationen rund um die Corona-Pandemie. Details zum Coronavirus und zu den Auflagen sollten besonders verständlich sein, sagte der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Universität in Stuttgart am Dienstag. „Sie sind es aber nicht.“ Dabei suchten Menschen in Krisenzeiten Informationen und Orientierung. „Regierungen sollten beides liefern. Und zwar in einer auch für Laien verständlichen Form“, sagte der Fachmann.

Gemeinsam mit österreichischen Beratern hatten Experten aus Hohenheim mehr als 500 Pressemitteilungen und mehr als 3500 Antworten der Bundes- und Landesregierungen aus den Monaten März und April analysiert. Sie wurden dabei unterstützt von einem Computer-Programm, mit dem sie unter anderem nach überlangen Sätzen, Fachbegriffen und zusammengesetzten Wörtern suchten.

„Die Pressemitteilungen der deutschen Bundesministerien sind im Schnitt relativ unverständlich“, heißt es in der Auswertung unter anderem. Es werde den Lesern schwer gemacht, die Informationen aufzunehmen. „Schachtelsätze mit 40 bis 50 Wörtern sind keine Seltenheit“, sagte Kerstin Keller von der Universität Hohenheim. „Dabei gilt: ein Gedanke, ein Satz“. Oft fänden sich aber vier oder fünf Gedanken in einem Satz. Störend seien auch Fremd- und Fachwörter wie „Corona Matching Fazilität“ sowie Wortzusammensetzungen wie „Allgemeinverbindlicherklärungen“ und „Betriebstättenbegründungsfristen“.

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