Die Steinenbergschule ist derzeit nur noch eine Ganztagsgrundschule, die Werkrealschule gibt es dort nicht mehr. Foto: Mathias Kuhn

Nach der einmütigen Kritik der Gemeinderatsfraktionen im Schulbeirat ist die Stuttgarter Schulbürgermeisterin Isabel Fezer von ihrem Vorhaben wieder abgerückt, in Hedelfingen Vorbereitungsklassen der Sekundarstufe zu bündeln.

Stuttgart - Entgegen den Plänen von Schulbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP) sollen an der Steinenbergschule in Hedelfingen nun doch keine weiteren Vorbereitungsklassen untergebracht werden. Nach der fraktionsübergreifenden Kritik im Schulbeirat rückte die Bürgermeisterin von diesem Vorhaben wieder ab. Und dies, obwohl eine Bündelung der Vorbereitungsklassen an einem Standort Vorteile gebracht hätte, wie Fezer argumentiert – etwa wenn ein Lehrer ausfallen sollte. Die beiden Vorbereitungsklassen, die bereits im Steinenberg untergebracht sind und der Linden-Realschule zugeordnet sind, sollen allerdings dort bleiben.

Die zwei weiteren Vorbereitungsklassen der Sekundarstufe, die zur Wilhelmschule Wangen gehören und derzeit in der Au-schule untergebracht sind, sollen „bis auf weiteres“, so Bürgermeisterin Fezer, in der Auschule bleiben.

Die Gemeinderatsfraktionen hatten sich – wie zuvor der Bezirksbeirat – einmütig gegen eine Bündelung der Vorbereitungsklassen aus dem Oberen Neckar an der Steinenbergschule ausgesprochen. Der Bezirksbeirat Hedelfingen hatte „ein schulisches Ghetto“ von zugewanderten Kindern nichtdeutscher Herkunft befürchtet. Der Schulleiter der Steinenbergschule, Detlef Storm, habe aber betont, dass es bisher keine Probleme mit diesen älteren Schülern gegeben habe, so Fezer. Ihren Sinneswandel begründet sie zum einen mit der ablehnenden Haltung der Fraktionen, zum anderen mit ihrer persönlichen Einstellung: „Ich wollte den Kindern nicht das Gefühl geben, dass sie an diesem Standort unerwünscht sind.“

Die Freien Wähler schlagen am Steinenberg einen Campus mit Realschule vor

Mittelfristig sehen weder die Stadt noch das Regierungspräsidium die Steinenbergschule als Standort für eine weiterführende Schule. Das sieht die Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler anders: In einer Anfrage an die Stadtverwaltung verweist sie auf die beengte Raumsituation und große Nachfrage nach Schulplätzen am Wirtemberg-Gymnasium und an der Linden-Realschule in Untertürkheim und darauf, dass an der Steinenbergschule doch „genügend städtische Flächen zur Erweiterung eines Schulstandortes vorhanden“ seien.

„Am Steinenberg“, schlagen sie vor, „könnte ein Schulcampus mit Grund- und Realschule entstehen“. Fezers Plänen zufolge soll der Steinenberg zunächst als Ausweichquartier für die Wilhelmschule während ihrer Sanierung dienen.

Mit den Plänen für die Steinenberg­schule beschäftigt sich am 16. Mai auch der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats.

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