Die Gurlitt-Taskforce stellt ihre Arbeit zum Ende des Jahres ein. Foto: dpa-Zentralbild

Der Schwabinger Kunstfund hat international Aufsehen erregt. Deutschland versprach, jedem Verdacht auf NS-Raubkunst nachzugehen. Obwohl die dafür eingerichtete Taskforce ihre Arbeit längst nicht beendet hat, soll sie Ende des Jahres aufhören.

Berlin - Die Taskforce „Schwabinger Kunstfund“ zur Erforschung der umstrittenen Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt soll Ende 2015 ihre Arbeit beenden. Das bestätigte ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag auf dpa-Anfrage in Berlin. Das sei von Anfang an vorgesehen gewesen, betonte er.

Ende 2014 hatten Deutschland, Bayern und das Kunstmuseum Bern als Erbe der Sammlung vereinbart, dass die Expertenkommission bis Ende 2015 alle Werke begutachten oder zumindest einen Bericht zum Stand der Dinge vorlegen soll.

Die Taskforce war 2013 eingesetzt worden

Nach den Vorstellungen von Grütters, so ihr Sprecher, soll es zu dem „dann noch verbleibenden Forschungsbedarf“ ein Folgeprojekt beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geben. In dem Zentrum in Magdeburg sind seit Anfang dieses Jahres die verschiedenen Aktivitäten zur Herkunftsforschung gebündelt.

Die Taskforce unter Leiterin Ingeborg Berggreen-Merkel war 2013 eingesetzt worden, um die Gurlitt-Sammlung auf NS-Raubkunst hin zu untersuchen. Nach Angaben des bayerischen Kunstministeriums ist die Recherche in Hunderten Fällen noch nicht abgeschlossen. Nur bei vier Kunstwerken wurde festgestellt, dass und wem sie während der NS-Zeit geraubt oder abgepresst wurden. Zu 104 weiteren Werken liegen laut Ministerium 113 Ansprüche vor.

In Gurlitts Münchner Wohnung waren 2012 rund 1280 Kunstwerke beschlagnahmt worden, zwei Jahre später tauchten weitere 238 Gemälde in seinem verwahrlosten Haus in Salzburg auf. Das Kunstmuseum Bern hatte zugesagt, die Forschungen auch nach Abschluss der Arbeiten der Taskforce weiterzuführen.

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