Gerry Ehrmann: Die Fans des 1. FC Kaiserslautern kämpfen um ihr Idol. Foto: Baumann Foto:  

Neben Siegen und Niederlagen gibt es in der Welt des Sports auch reichlich absurdes, seltsames und lustiges. Daher kürt unsere Sportredaktion mit einem Augenzwinkern täglich den Sportsfreund des Tages. Heute: das Pfälzer Torwartidol Gerry Ehrmann, um den die FCK-Fans kämpfen.

Stuttgart - „Sieger zweifeln nicht, Zweifler siegen nicht.“ „Man kann aus einem Dackel keinen Kampfhund machen.“ „Endlich sind die Sauerstoffdiebe weg.“ Solche markigen Aussagen kennt man von Gerald „Gerry“ Ehrmann. Aber die Torwart(Trainer)-Legende vom 1. FC Kaiserslautern aufs Sprücheklopfen zu reduzieren wird dem 60-Jährigen nicht gerecht. Er steht für die Glanzzeiten des FCK an der nationalen Spitze, gewann den DFB-Pokal und eine Meisterschaft.

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Er ist auch väterlicher Freund für seine Torhüter. Drei seiner Flugschüler sind A-Nationaltorhüter geworden. Roman Weidenfeller darf sich sogar Weltmeister nennen, auch wenn er bei der WM 2014 nicht zum Einsatz kam. Tim Wiese wurde 2010 in Südafrika Dritter. Kevin Trapp hat 2017 den Confed-Cup-Cup gewonnen. Tobias Sippel und Florian Fromlowitz wurden 2009 Europameister mit der U21, Julian Pollersbeck 2017 – und dabei auch zum besten Torhüter des Turniers gewählt.

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Diese Verdienste ändern nichts daran, dass ihn der inzwischen in die dritte Liga abgestürzte Traditionsclub hochkant rauswarf – weil der impulsive Gerry mit dem analytischen Chefcoach Boris Schommers nicht mehr konnte. Die Fans lassen sich das nicht bieten. In einer Online-Petition mit dem Titel „Gerry Ehrmann bleibt beim FCK“ unterschrieben bis Montagmittag über 2200 Personen. Weiter heißt es da: „Unsere Legende entlässt niemand – er ist der FCK!“ Und was sagt Ehrmann? Er schweigt. Wahrscheinlich regt sich das Kraftpaket (Spitzname „Tarzan“) in seiner zweiten Heimat, der Muckibude ab. Weit weg von „Sauerstoffdieb“ Schommers.

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