Elche können großen Schaden anrichten. Foto: Magnus - Adobe Stock

Immer wieder kommt es in Schweden zu Zwischenfällen mit Elchen, die vergorene Früchte gefressen haben. In einem Kindergarten in Timrå reagiert die Erzieherin umsichtig, sodass die Kinder mit dem Schrecken davon kommen.

Stockholm - Immer wieder geraten Elche derzeit in die schwedischen Hauptnachrichten. Vor allem wenn sie wie derzeit durch den Genuss von gegorenem Fallobst angetrunken sind und sonderbare Dinge tun, die manchmal sogar tödlich für Menschen enden können.

Der jüngste Zwischenfall verlief jedoch glimpflich. Die Kindergärtnerin Eva Svedin reagierte schnell, als ein Elch in ihre Vorschule im knapp 400 Kilometer nördlich von Stockholm gelegenen Örtchen Timrå durch ein großes Fenster hineinhüpfen sah.

Erzieherin zur „Heldin des Tages“ gekürt

Ausgerechnet an der Fensterbank stehen normalerweise Kinderwagen, in denen Babys schlafen. Glücklicherweise nicht beim Zwischenfall. „Das hätte sonst schlimm ausgehen können“, so Svedin. Die abendliche schwedische Hauptnachrichtensendung „Rapport“ kürte die Kinderpflegerin zur „Heldin des Tages“, weil sie die spielenden Kinder rettete und den Elch hinausjagen konnte, ohne dass es Verletzte gab.

„Der Elch kam einfach hineingeflogen durchs Fenster. Und wir haben ja mehrere spielende Kinder hier drinnen gehabt. Eines schmiss ich da raus durch die Tür und ein ­anderes in den Flur, wo meine Kollegin Bea war“, sagt sie und zeigt auf die Fluchtwege. „Dann sehe ich, dass noch ein Kind mit dem Elch im Zimmer ist. Ich denke: Ich muss es retten und schlage dem Elch auf den Hintern“, erzählt sie mit zittriger Stimme und weit aufgerissenen Augen.

Video kursiert im Netz

Der große Vierbeiner trampelte durch am Boden liegendes Spielzeug und entkam dann durch die berstende Glasscheibe eines geschlossenen Fensters zurück ins Freie. Svedin sah ihm nach, wie er durch den Garten der Vorschule die Flucht antrat, das verbliebene Kind sicher in ihren Armen haltend. Von der Flucht des Elches durch die Fensterscheibe gibt es ein Video, das sich im Netz vieler Klicks erfreut.

„Da waren Kinder im Raum, als der Elch hineinkam. Aber wir hatten fantastisches Personal, das blitzschnell und auch mit einer Portion Glück reagierte und verstand, dass es eine gefährliche Situation war“, lobt auch Vorschulleiterin Eleonore Persson. „Es ist so schön, hier zu stehen und zu wissen, dass sich niemand verletzt hat“, sagt sie.

Kinder malen Elch-Bilder, um das Geschehen zu verarbeiten

Um den Elchangriff besser verarbeiten zu können, malten die Kinder der Tallnäs-Vorschule am Tag danach Bilder vom Elch in der Vorschule und redeten darüber. „Wir sprachen darüber, dass der Elch ja eigentlich gar nicht so gefährlich war“, sagt ein rund vierjähriger Junge mit wachem Blick einem TV-Reporter.

Jedes Jahr im Herbst mehren sich in Schweden Meldungen über auffällige Elche. Vergorenes Fallobst macht die großen Tiere betrunken und waghalsig. Einmal attackierten Elche auch ein Altersheim. Besonders tragisch: Eine Frau wurde durch einen Elch totgetrampelt. Ihr Ehemann fand sie leblos im Wald. Monatelang wurde der trauernde Witwer von Polizei und Nachbarn des ­Mordes verdächtigt. Wer hätte auch nur annehmen können, dass es der Elch war? Der Ehemann hat seine Erlebnisse nun in einem Roman verarbeitet.

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