In Stuttgart wird auch dieses Jahr in Silvester wieder eifrig geböllert. Ganz im Gegensatz zu den USA: Dort ist die Knallerei nur am 4. Juli uneingeschränkt erlaubt. Foto: dpa

Konfetti und rote Unterhosen: Silvester wird in der ganzen Welt auf ganz unterschiedliche Art und Weise gefeiert. Wir haben die Bräuche und Rituale einmal zusammengetragen.

Stuttgart - Silvester in Deutschland, das sind Böller und Raketen, Fondue und Feuerzangenbowle.

Aber wie begehen die Menschen in anderen Ländern den Jahreswechsel?

Südafrika: Fest der Coloureds

Parade am 2. Januar Foto: southafrica.net

Kapstadt: Die südafrikanische Hauptstadt feiert am 1. und am 2. Januar seinen ganz speziellen Karneval: mit bunten Kostümen, weiß geschminkten Gesichtern und dröhnenden Trommeln. Der Brauch des „Minstrel Carnival“ ist eine Tradition aus dem 19. Jahrhundert und hat seinen Ursprung in der Zeit der Sklaverei. Es ist das Fest der Coloureds, der Farbigen, die von Sklaven aus Westafrika, aus Madagaskar und Südostasien abstammen, aber auch von weißen Siedlern und Ureinwohnern des Kap. Der Karneval beginnt Silvester mit dem Nachtmarsch der meist muslimischen „Kapmalaien“ – ein kolonialer Ausdruck für die im 18. Jahrhundert aus Asien ans Kap verschleppten Arbeiter. Höhepunkt ist die Parade am 2. Januar, das „Zweite Neujahr“, bei der Tausende „Minstrels“ in Kostümen, mit weißen Hüten und Sonnenschirmen durch die Stadt tanzen. Der Jahreswechsel – Hochsommerzeit auf der Südhalbkugel – war zu Zeiten holländischer und britischer Kolonialherren die einzige Zeit, in der die Leibeigenen einige freie Tage genossen. Reiche Sklavenhalter hielten sich kleine Orchester, die europäische Klassik spielten, aber auch moderne Musik und zudem ihre afrikanischen und asiatischen Musiktraditionen wachhielten. Die heutige Karnevalsmusik am Kap hat eine enorme Bandbreite, von holländisch-burischen Volksliedern bis zu amerikanischen Popsongs – oft mit einem asiatischen Einschlag, begleitet von Gitarren, Mandolinen und Banjos.

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