„Warum verirrt sich beim Oktoberfest immer noch jede zweite Hand unter einen Dirndlrock?“, fragt sich Poetry-Slammerin Laura Gommel ein Jahr nach der MeToo-Debatte. Foto: Jansen

#MeToo – seit einem Jahr teilen Frauen unter diesem Hashtag ihre Sexismus-Erfahrungen . „Aber du hältst immer noch Machogehabe für tragbar und dumme Witze für sagbar“, dichtet die junge Poetry-Slammerin Laura Gommel und richtet sich damit an die Männer ihrer Generation.

Stuttgart - Der Filmproduzent Harvey Weinstein, der Richterkandidat Brett Kavanaugh, der deutsche Regisseur Dieter Wedel – es sind vor allem prominente Männer, die im Zuge der #MeToo-Kampagne öffentlich des sexuellen Missbrauchs beschuldigt werden. Tausende Geschichten über Übergriffe und Belästigungen haben Frauen innerhalb eines Jahres unter diesem Hashtag weltweit öffentlich gemacht.

Die junge Poetry-Slammerin Laura Gommel aus Gerstetten nimmt sich in unserer Serie „New-Poeten“ jetzt die Männer ihrer eigenen Generation vor und spricht sie direkt an: „Und du versprichst, dass du einer von den Guten bist“, dichtet sie. Aber das seien „Küchentischreden“, denn: „Du hältst Machogehabe für tragbar und dumme Witze für sagbar“, sagt Laura Gommel.

Überhaupt erkennt sie noch viel Doppelmoral unter deutschen Männern: „Wenn ihr Vorzeigedeutschen Frauen doch so sehr respektiert, dann möcht’ ich wissen, warum sich auf dem Oktoberfest jede zweite Hand unter einen Dirndlrock verirrt.“ #MeToo sei keine Frauen-Debatte, sondern gehe alle etwas an. Von Männern ihrer Generation wünscht sie sich, dass sie Sexismus öffentlich entgegentreten.

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