BMW setzt auf Roboterautos. Ein erster Prototyp soll in bis zu 12 Monaten fahren. Foto: dpa

Der Münchner Autobauer geht beim autonomen Fahren eine Partnerschaft mit Intel und Mobileye ein.

München - Das Rennen um Roboterautos erreicht ein neues Stadium. Überschattet vom ersten tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Tesla-Auto haben BMW, der US-Chipkonzern Intel sowie der israelische Softwarespezialist Mobileye nun eine Kooperation zur ersten Serienproduktion solcher Hightech-Fahrzeuge für 2021 angekündigt. Damit wäre das Trio allen Wettbewerbern einen Schritt voraus. Ein erster Prototyp soll in bis zu 12 Monaten fahren, eine Testflotte werde 2017 folgen, kündigte BMW-Chef Harald Krüger im Beisein von Intel-Boss Brian Krzanich und von Mobileye-Gründer Amnon Shashua in Garching bei München an. Unter dem vorläufigen Modellnamen BMW iNext wollen die Münchner die Basis für eine ganze Flotte vollautomatisierter Autos legen. Das Trio will die Kooperation auch für andere Autohersteller oder Technologiepartner öffnen. Sogar BMW-Konkurrenten wie Daimler oder die VW-Tochter Audi sind nicht ausgeschlossen. BMW, Daimler und Audi hätten sich schon beim Kauf des Herstellers von Digitalkarten, Here, verbündet, erinnert Krüger.

Das Trio will bei einer Beteiligung weiterer Partner auch Kosten sparen. Was die drei auf den ersten Blick so ungleichen Konzerne in ihr Bündnis investieren, verraten sie nicht. Klar ist, dass die Entwicklung von Roboterautos noch viele Milliarden Euro verschlingen wird. Betriebswirtschaftlich wenig sinnvoll wäre es, wenn Autohersteller die teuere Technologie jeweils parallel entwickeln.

Experten sehen in selbstfahren Robotertaxis die Einnahmequelle der Zukunft

Der tödliche Unfall mit einem selbstfahrenden Auto des Herstellers Tesla könnte nun aber eine ganze Technologie in Verruf bringen. BMW äußert sich dazu vorsichtig. Der heutige Stand der Technologie lasse noch keine Serienfahrzeuge zu, die im Straßenverkehr automatisch und ohne Unterstützung des Fahrers sicher fahren könnten, erklären die Münchner zum Tesla-Unfall. Mit ausgereifter Technologie seien computergesteuerte Autos aber sicherer als von Menschenhand gesteuerte.

BMW musste sich in der Vergangenheit oft vorwerfen lassen, technologisch hinter dem Elektropionier Tesla auch beim automatisierten Fahren zurückzufallen. BMW betont dagegen, in diesem Bereich mit Tesla mithalten zu können, wolle aber aus Vorsicht nicht so aggressiv in den Markt drängen. Falls sich keine weiteren Mitstreiter finden, wollen die Münchner auch allein mit Intel und Mobileye vollautomatisierte Serienfahrzeuge bauen, mutmaßlich an einem BMW-Standort. Technisch sollen diese Roboterautos auch ganz ohne Fahrer unterwegs sein können. Die Frage ist, ob der rechtlichen Bedingungen dies erlauben. Heutige Gesetze schreiben noch vor, dass ein Fahrer jederzeit die Kontrolle über sein Fahrzeug haben müsse. Offen lässt BMW, ob das für 2021 geplante Serienauto dann auch schon in Städten oder nur auf Autobahnen vollautomatisch fahren kann.

Dessen ungeachtet eröffnet die Technik, die Autos zu komplexen Rechenzentren auf Rädern macht, neue Geschäftsmodelle etwa in Form von Robotertaxis. Sie gelten unter Experten als die Einnahmequelle der Zukunft, wobei es noch offen ist, wer diese robotergesteuerten Flotten kontrolliert.

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