Märchenhaft: die neue Waldfee Mariel Knödler wird beglückwünscht, mit Blumen und mit Sekt. Foto: Gottfried Stoppel

Die 23-jährige Mariel Knödler aus Alfdorf ist die neue Schwäbische Waldfee. Die redegewandte Frau wird am Pfingstmontag während des Mühlentags bei der Heinlesmühle inthronisiert, dann bekommt sie ihr Kleid und den Dienstwagen.

Berglen - Schwertgosch – diese schwäbische Bezeichnung für einen Menschen mit einem scharfen Mundwerk charakterisiert die neue Schwäbische Waldfee ganz gut. Mariel Knödler präsentiere sich als „eine schwäbische Maschinenpistole“, sagt der Journalistenkollege zur Linken während der Vorstellung der Kandidatin, die wenig später von der Jury gekürt wird. Und der Kollege zur Rechten sagt sinngemäß: „Die wird’s.“

Tatsächlich: Den fünf Mitbewerberinnen lässt Mariel Knödler aus Alfdorf-Pfahlbronn keine Chance. Sie verzaubert die Jury, in welcher der Landrat Richard Sigel und die Bürgermeister der Mitgliedskommunen der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald sitzen. Schwäbische Maschinenpistole, Schwertgosch: diese Zuschreibungen sind nicht despektierlich gemeint, ganz im Gegenteil. Das Publikum ist begeistert.

Ein „Deal“ mit dem Bürgermeister

Mariel Knödler, Waldfee, die Sechste: Als die Lehramtsstudentin am Mittwochabend die Bühne in der Aula der Mehrzweckhalle der Nachbarschaftsschule in Berglen-Oppelsbohm betritt, kommt die Moderatorin der Veranstaltung, die amtierende Waldfee Sara Zaiss, kaum mehr zu Wort. Die fast 1,80 Meter große Mariel Knödler (23 Jahre) ist ein wahrer Wirbelwind. Sie erzählt von einem „Deal“ mit dem Bürgermeister von Alfdorf, Michael Segan.

Sie trete für ihre Heimatgemeinde an, im Dirndl, Segan komme in Lederhosen. Und wenn sie gewinne, dann spendiere der Schultes Sekt für ihr komplettes Handballteam. Dass die neuen Fee nicht bloß ein tolles Kleid bekommt, sondern auch noch „einen Firmenwagen“, ein Mini-Cabrio, das sei doch cool, sagt sie. Als Studentin könne sie daAuto sehr gut brauchen, denn „ich fahre eine Schrottkarre“.

Christoph Jäger, der „Papa“ der Waldfee

Die Amtsinhaberin Sara Zaiss will noch wissen, welche Ausflugsziele sie Gästen im Schwäbischen Wald besonders empfehlen würde. Die Antwort kommt – um im Sprachbild zu bleiben – wie aus der Pistole geschossen: den Weinwanderweg in Aspach, das Strümpfelbachtal bei Althütte und. . . Die Moderatorin muss die Fee in spe abrupt abbremsen. Was? Ihre Zeit auf der Bühne ist schon abgelaufen? Sehr schade. Mariel Knödler hätte noch so viel zu erzählen gehabt.

Als alle Kandidatinnen vorgesprochen haben, verkündet Christoph Jäger das Ergebnis, das niemanden wirklich überrascht. Jäger ist der Schultes von Großerlach. Manche nennen ihn den „Papa der Waldfee“, denn er hatte die Idee, jährlich eine Markenbotschafterin für den Schwäbischen Wald zu küren. Mariel Knödler habe gezeigt: „Sie hat Temperament.“ Und sie habe offen zugegeben: „Sie ist scharf auf den Mini.“ Das habe ihm imponiert.

„Mariel wird in die Familie der Feen aufgenommen.“

Sara Zaiss ist auch ganz zufrieden mit der Wahl und sagt, „Mariel wird in die Familie der Feen aufgenommen“. Und dann posen alle sechs bis dato gewählten Waldfeen vor den Kameras der Fotografen und den Handys der Zuschauer.

Sara Zaiss darf noch bis Pfingstmontag das Cabrio fahren, dann wird ihre Nachfolgerin während des Mühlentags bei der Heinlesmühle inthronisiert. Ein Jahr lang wird Mariel Knödler rund 50 Termine wahrnehmen. Sara Zaiss erzählt, dass sie all diese Veranstaltungen genossen haben – den Auftritt beim Open-Air-Konzert der Schlagersängerin Andrea Bergin Aspach vor rund 10 000 Zuschauern genauso wie das Salzkuchenfest in Gschwend mit kaum mehr als einem Dutzend Gästen. Der Abschied werde ihr schwer fallen, speziell der vom Cabrio. Aber „ich höre auf, wenn es am schönsten ist“.

Landkreis und 17 Kommunen

Fremdenverkehrsgemeinschaft
Zur Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald gehören der Rems-Murr-Kreis und folgende 17 Kommunen: Wüstenrot, Berglen, Mainhardt, Großerlach, Spiegelberg, Sulzbach/Murr, Aspach, Oppenweiler, Oberrot, Murrhardt, Althütte, Kaisersbach, Gschwend, Weissach im Tal, Rudersberg, Welzheim und Alfdorf.

Botschafterin
Die Waldfee muss ihren Lebensmittelpunkt in einer Kommune im Schwäbischen Wald haben. Die Fee ist Werbebotschafterin für die Landschaft rund um Murrhardt.

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