Ein Schlag – und OB Dirk Schönberger hat das Fest eröffnet. Foto: factum/

Remseck ist mehr als die Endhaltestelle der Stadtbahn: Mit Poetry Slam, Zumba-Tanzen oder Musikfeuerwerk hat sich die Kommune auf der Remstal-Gartenschau präsentiert – mit Überraschungen.

Remseck - Für viele Stuttgarter oder andere Besucher aus der Region ist Remseck schlicht die Endhaltestelle der Stadtbahn. Zumal es bekanntlich den Ort „Remseck“ nicht gibt, sondern die Große Kreisstadt ihre 26 000 Einwohner auf sechs Stadtteile verteilt. Doch nun hat die Kommune auf der Remstal-Gartenschau eine Woche lang die Chance gehabt, sich einem landesweiten Publikum als weltoffene, kreative, engagierte und unterhaltsame Kommune zu präsentieren.

Als etwa am Montag bei bestem Sommerwetter der ganze Strand voller Menschen war, die Zumba bis in den Sonnenuntergang getanzt haben. Oder am Dienstag Tausende aus voller Kehle Lieder geträllert haben – in solchen Momenten wurde klar: Remseck ist mehr als der Zusammenfluss von Neckar und Rems.

Viele waren noch nie zuvor in Remseck

Beim Poetry Slam, also beim Wettbewerb mit spontanen Vortragen von selbst verfassten Gedichten, rieb sich so mancher Besucher die Augen. „Ich habe viele in der Schlange am Essensstand gefragt, wie oft sie schon in Remseck waren“, erzählt der Oberbürgermeister Dirk Schönberger, „die meisten haben gesagt: Wir waren zum ersten Mal hier.“ Obwohl das Wetter am Mittwoch unfreundlicher wurde, blieben die Besucher treu. Immerhin 180 Karten wurden trotz Regens für den Open-Air-Kinofilm „Bohemian Rhapsody“ verkauft. Und am Freitag gab es herrliche Bilder beim Lichterpicknick am Neckarstrand: Ein Musikfeuerwerk illuminierte die Nacht, dazu spazierte die Lichtfigur Dundu am Boden entlang.

Politische Turbulenzen bleiben außen vor

So kann sich Die Stadt Remseck von einer unbeschwerten, leichten Seite zeigen. Die Turbulenzen um die Finanzierung der Neuen Mitte, mit der die Flächenstadt sich selbst so etwas wie ein politisches und kulturelles Zentrum schaffen möchte, sind in diesem Moment vergessen, ebenso wie die hohe Personalfluktuation im Rathaus.

DerOB Dirk Schönberger zeigt sich beim Fassanstich für das Neckarremser Straßenfest am Samstag zielsicher: Ein Schlag genügt, dann zischt das kühle Nass aus dem Fass. „Ich habe keinen Partykeller zu Hause, in dem ich heimlich übe“, sagt das schlagkräftige Stadtoberhaupt ein wenig schmunzelnd.

Das mit der Endhaltestelle ist bald Vergangenheit

Am Sonntag wandelt Remseck mit dem Fischerstechen schließlich auf den Spuren der Stadt Ulm, auch das ist in dieser Gegend des Landes eher ungewöhnlich. Als Schönberger schließlich um 17 Uhr am Sonntag den Staffelstabweiter an die Gemeinde Kernen gibt, die im Zentrum der nächsten Gartenschau-Woche steht, kann er dies mit einem guten Gefühl tun. Und das mit der Endhaltestelle könnte sich irgendwann auch erledigt haben: Wenn eine Bahn bis Ludwigsburg fährt.

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