Einige Bundesländer stufen Rottweiler als besonders aggressiv ein. Foto: dpa/Bernd Thissen

Besitzer von Rottweilern gehen auf die Straße: Sie kritisieren in Rottweil die Einschätzung ihrer Tiere als Kampfhunde.

Rottweil - Mehr als 1000 Besitzer von Rottweiler-Hunden aus ganz Deutschland werden am Sonntag (11 Uhr) mit ihren Tieren zu einem Protestmarsch durch die Innenstadt von Rottweil erwartet. Die Teilnehmer wollen damit gegen die sogenannten Rasselisten demonstrieren. Diese Listen benennen Hunde, die als gefährlich eingestuft werden, und deren Besitzer bestimmte Auflagen erfüllen müssen. Sie unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

Einige Länder werten auch Rottweiler als besonders aggressiv und damit als Kampfhunde. In der baden-württembergischen Kampfhundeverordnung sind drei Hunderassen gelistet: American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pit Bull Terrier.

Erziehung steht im Vordergrund

„Kein Hund kommt gefährlich auf die Welt“, sagt Sven Keller, der den Protestmarsch veranstaltet und selbst Rottweiler züchtet. Mit seinen Mitstreitern fordert er eine Abschaffung der Listen, weil sie Besitzer von Rottweilern unter anderem verbieten, ihre Tiere als Rettungshunde oder für den Schutzdienst ausbilden zu lassen. Stattdessen sollten Hundehalter seiner Ansicht nach einen Nachweis erbringen müssen, dass sie zur Erziehung ihrer Tiere in der Lage sind.

Der Protestmarsch ist Auftakt zum „Tag des Rottweilers“, den Keller zum zweiten Mal in der für die Hunderasse namensgebenden Stadt veranstaltet. Nach seinen Angaben handelt es sich um das größte Rottweiler-Treffen weltweit. Auf dem Programm stehen auch Podiumsdiskussionen und Hundevorführungen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: