Rangliste Die Spitzenverdiener der Stadt

Von Josef Schunder 

Wieviel verdienen die Geschäftsführer von Klinikum, Flughafen und SSB? Und wo liegt der OB?

Stuttgart - Wer Oberbürgermeister ist, hat meist viel Arbeit, viel Verantwortung und viel zu sagen. Verdienen kann man in anderen Chef-Funktionen aber viel mehr - auch im Konzern Stadt Stuttgart. Hier ist OB Wolfgang Schuster, wie eine neue Auswertung bestätigt, nicht Spitzenverdiener, sondern nur im Mittelfeld.

Wüssten Sie, wie der Chef des Klinikums der Stadt Stuttgart aussieht? Vermutlich nicht. Ralf-Michael Schmitz verdiente im Jahr 2009 aber mehr als doppelt so viel wie OB Wolfgang Schuster (CDU), dessen Gesicht die meisten kennen, der ständig im Blickfeld der Öffentlichkeit steht - und oft in der Kritik. Auch die Chefs von Flughafen und Stuttgarter Straßenbahnen AG verdienen deutlich mehr als er. Manche, die vor Jahren in städtische Dienste traten, haben auch noch Pensionszusagen. Der Beteiligungsbericht 2009, mit dem die Stadt einen aktuellen Überblick über ihre Eigenbetriebe und Beteiligungsunternehmen gibt, hat das jetzt aufgezeigt.

Der Bericht dient dazu, für die Steuerzahler die Entwicklung der Unternehmen im Konzern Stadt transparent zu machen. Bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und wenigen kleinen Firmen ist die Offenlegung der Geschäftsführer- und Vorstandsbezüge aber nicht so einfach. Hier stößt der für den Beteiligungsbericht zuständige Finanzbürgermeister Michael Föll an Grenzen. Grund: Dort, wo die Stadt weniger als 50 Prozent am Unternehmen hält, kann Föll die Bezüge nicht einfach personengenau publizieren.

Bis auf weiteres verrät der Beteiligungsbericht also nicht, was der LBBW-Vorstandschef Hans-Jörg Vetter als der Topverdiener Nummer1 im Konzern Stadt Stuttgart einstreicht. Im Bericht heißt es, dass sämtliche Vorstandsmitglieder der LBBW und der in ihr aufgegangenen Banken (im Krisenjahr) 2009 rund 4,5 Millionen Euro verdienten - 1,2 Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor. Hans-Jörg Vetters Salär lässt sich aufgrund einiger Äußerungen eingrenzen, die in der Debatte gemacht wurden, als die Landesregierung Mitte 2009 Vetters Vorgänger Siegfried Jaschinski ablöste. Mit den 500000 Euro, auf die der Landtag das Jahresgehalt des Vorstandschefs begrenzen wollte, könne man diese Stelle nicht wieder besetzen, sagte der damalige Regierungschef Günther Oettinger.

Beobachter nehmen an, dass Vetter rund eine Million Euro pro Jahr erhält - bei der Landesbank Berlin hatte er zuvor auch ein Fixgehalt von knapp 1,1 Millionen. Die anderen Vorstandsmitglieder der LBBW müssten vermutlich auch als Spitzenverdiener im Konzern Stadt Stuttgart eingestuft werden, wenn die Konditionen öffentlich bekannt wären.

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