Immer mehr Stuttgart nutzen das Fahrrad. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Radverkehr in Stuttgart nimmt zu. 2018 ist das auch dem langen Sommer zuzurechnen. Damit auch unabhängig vom Wetter mehr Menschen aufs Rad steigen, muss die Stadt die Bedingungen für Radler schneller verbessern, meint Jürgen Löhle.

Stuttgart - an darf sich von der nackten Zahl nicht blenden lassen. Mehr als 21 Prozent Zunahme der Radfahrten 2018 gegenüber dem Vorjahr sind als Zahl natürlich ein Pfund – das aber relativiert werden muss. Das vergangene Jahr war vom Wetter her ideal zum Radfahren. Mehr als sechs Monate Sommer, so gut wie kein Regen, da lässt man eben leichter mal das Auto stehen. Realistischer ist die Aussage, dass im Schnitt seit 2014 Jahr für Jahr acht Prozent mehr Radfahrten in der Stadt gezählt werden. Aber auch das zeigt – der Radverkehr wächst stetig, was ja auch gewollt ist.

Um die Zahlen weiter zu erhöhen braucht es aber verbesserte Bedingungen, also mehr Radwege, Servicestationen und wegen der Zunahme an Lastenrädern auch Parkplätze. Das Rekordjahr 2018 hat nämlich auch gezeigt, dass es bei der großen Anzahl an Fahrten an manchen Stellen ganz schnell eng wird. Soll der Radverkehr weiter zunehmen, müssen die geplanten Hauptradrouten zügig realisiert und so weit irgend möglich auch exklusiv für den Radverkehr ausgelegt sein.

Das Geld dafür ist vorhanden, die ­Impulse durch die Institution des Radbeauftragten und privater Initiativen auch, die Umsetzung aber so zäh und langatmig, das nicht einmal die vorhandenen Mittel ausgeschöpft werden. Das muss künftig schneller gehen, wenn die Stadt mit dem ja von vielen gewollten Anstieg des Radverkehrs Schritt halten will.

juergen.loele@stzn.de

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