Die vorweihnachtliche Schnäppchenjagd wird mit dem Black Friday eingeläutet. Foto: dpa

Schon Tage vor dem Black-Friday werben Händler vor Ort und im Netz mit günstigen Angeboten. Amazon wirbt gleich mit einer ganzen Rabatt-Woche, der Cyber-Monday-Week. Doch die Schnäppchenjagd birgt auch einige Gefahren. Wir geben Tipps – und warnen vor Fallen.

Stuttgart - Am 23. November werden im Einzelhandel und im Netz Milliardenumsätze erzielt: Dann ist wieder Black Friday. Die Schnäppchenjagd am vierten Freitag im November ist längst aus den USA herüber nach Deutschland geschwappt. Die Angebote reichen von Kleidung über Möbel bis zur Kosmetik. Die größten Rabatte werden im Onlinehandel im Elektroniksegment erwartet. Viele Aktionen werden auf mehrere Tage ausgedehnt, beim Onlinehändler Amazon beispielsweise beginnt bereits am 19. November die große Rabattschlacht. Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sagt: „Mit scheinbar begrenzten Angeboten wird Druck auf die Käufer ausgeübt. Diese Methode kennt man auch vom Teleshopping.“

Kann man wirklich Schnäppchen machen?

„Ja, wer weiß, was er will und sich vorher genau informiert, kann tatsächlich von den Angeboten profitieren“, sagt Oliver Buttler. Insbesondere im Bereich Unterhaltungselektronik werden zum Teil hohe Rabatte gewährt. Bei einigen hochwertigen Fernsehgeräten gab es im vergangenen Jahr die größten Preisnachlässe – bis zu 1000 Euro. Auch Spielzeug, Spielekonsolen und Computerspiele werden oft 10 bis 30 Prozent günstiger angeboten. Insgesamt lagen die Rabatte beim Black Friday 2017 im Vergleich zum Vormonat aber selten über 20 Prozent.

Woran kann ich erkennen, dass es wirklich ein guter Preis ist?

„Wer schon jetzt weiß, welche Produkte er sich anschaffen möchte, kann die Preisentwicklung beobachten“, sagt Buttler. Er rät dringend, nur das zu kaufen, was man wirklich braucht. Auch Preisvergleichsportale seien eine gute Möglichkeit, den aktuell üblichen Marktpreis zu ermitteln. Bei idealo.de, billiger.de oder guenstiger.de sieht man, zu welchem Preis man einen bestimmten Artikel aktuell kaufen kann. Denn die Händler würden den Rabatt häufig in Relation zur unverbindlichen Preisempfehlung angeben, die immer deutlich über dem üblichen Marktpreis liege.

Wann beginnt die Schnäppchenjagd?

Erfahrungsgemäß beginnen Online-Händler bereits in der Woche vor dem Black Friday mit Sonderangeboten. Die Cyber-Monday-Woche ist eine von Amazon ins Leben gerufene Werbeaktion, die in diesem Jahr vom 19. bis 26. November andauert. Oliver Buttler sagt dazu: „Das ist wie mit dem Valentinstag. Dass man da Blumen verschenken soll, das war eine Marketingkampagne der Blumenhändler.“

Wie üben die Händler Druck auf die Käufer aus?

Oliver Buttler sagt: „Es wird häufig eine begrenzte Verfügbarkeit suggeriert.“ Entweder, indem die Stückzahl scheinbar limitiert ist. Oder aber, indem ein Angebot zum Beispiel nur für Amazon-Prime-Kunden bereits 30 Minuten früher zum Kauf angeboten wird. So soll der im Sekundentakt laufende Countdown Druck machen, dem Käufer oftmals unüberlegt nachkommen.

Werden die Preise im Vorfeld des Black Friday künstlich heraufgesetzt?

„Das passiert regelmäßig – so wie früher auch zum Sommer- und Winterschlussverkauf“, sagt Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale. Tatsächlich ist das Angebot an Rabatten rund um den Black Friday sehr groß. „Die neuen Smartphones von Apple oder Samsung wird man nicht stark reduziert finden“, sagt Buttler. „Die gehen vor Weihnachten nicht runter mit dem Preis.“ Wenn, dann handelt es sich stets um etwas ältere Modelle, die man teilweise bis zu 50 Prozent günstiger bekommen kann.

Worauf sollte man im Internet achten?

Beim Einkauf rund um den Black Friday gelten die gleichen Regeln wie sonst auch. Zu prüfen gilt: Hat der Shop ein Impressum? Gibt es eine Telefonnummer, unter der man den Händler erreichen kann? Werden seriöse Bezahlmöglichkeiten angeboten? Die Verbraucherzentrale rät: „Wenn nur Vorkasse angeboten wird, sollte man prinzipiell die Finger davon lassen.“

Welche Fallen gibt es im Laden?

Wer in den Geschäften vor Ort einkauft, sollte zuerst schauen, ob es sich nicht um Billigware handelt. Auch früher schon kam minderwertige Ware eigens für die Schlussverkäufe in die Läden. Ist man sich nicht ganz sicher, dann sollte man fragen, ob ein Rückgaberecht besteht.

Und wo lauern sonst noch Gefahren?

Anbieter, die in betrügerischer Absicht Waren anbieten, haben zum Black Friday ebenfalls Hochsaison, „so wie Taschendiebe auf Weihnachtsmärkten“, sagt Oliver Buttler. Die Ware wird dann entweder nie geliefert oder es handelt sich um Fälschungen. Wenn man auf einen solchen „Fake-Shop“ hereingefallen ist, gilt es den Schaden zu begrenzen. Die Verbraucherzentrale rät, Strafanzeige bei der Polizei zu stellen. Dies sei kostenfrei und heutzutage bequem online möglich. Außerdem sollte man seine Bank informieren.

Kann ich meine Einkäufe zur Not zurücksenden?

Ja. Wer online bestellt, hat generell ein 14-tägiges Rückgaberecht. Die genauen Rücksendebedingungen – auch die Frage, wer die Kosten für die Rücksendung trägt –, entnimmt man möglichst vor dem Kauf den Geschäftsbedingungen. Das generelle Rückgaberecht gilt nicht für den Einzelhandel. Zwar gewähren viele Händler aus Kulanz ein Rückgaberecht, gesetzlich dazu verpflichtet sind sie jedoch nicht.

Wo kann ich noch Schnäppchen machen?

„Man sollte ruhig mal die Werbeanzeigen in der Zeitung durchschauen“, sagt Oliver Buttler. Nicht alles wird im Internet beworben. Auch ein Blick direkt auf die Internetseiten von Elektronikhändlern könne sich lohnen, sagt Buttler. Wichtig sei es, die Marktpreise zu kennen und mit gesundem Menschenverstand an die Sache heranzugehen.

Woher kommt der Name „Black Friday“?

In den USA nutzen die Menschen das verlängerte Wochenende nach Thanksgiving – dem amerikanischen Erntedankfest –, um bereits die ersten Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Nach dem Thanksgiving-Feiertag, der immer auf den vierten Donnerstag im November fällt, nehmen sich viele den Freitag frei – und haben Zeit, um einzukaufen. Es gibt daher zwei Erklärungen, woher der Name „Black Friday“ kommen könnte. Die einen sagen, es sei die Menschenmasse in den Straßen, die als schwarze Masse wahrgenommen werde, die zu dem Namen geführt habe. Die anderen begründen den Namen Black Friday damit, dass an diesem Tag die Händler ins Plus – also in die schwarzen Zahlen – gelangen, weil dieser Tag regelmäßig zu Rekordumsätzen führt. Das Schnäppchenereignis hat jedenfalls nichts mit dem Börsencrash im Jahr 1929, dem in Deutschland als Schwarzen Freitag bekannten Tag, zu tun.

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