Laut Verband werden Brot und andere Backwaren leicht teurer (Symbolbild). Foto: dpa

Kunden müssen für Brot und Backwaren in Zukunft etwas mehr in die Tasche greifen. Gründe für den Preisanstieg sind aber nicht die Ernteausfälle und gestiegene Getreidepreise.

Frankfurt/ Main - Brot und andere Backwaren sollen etwas teurer werden. Die Bäckereibranche begründet das aber hauptsächlich nicht mit Ernteausfällen und drastisch gestiegenen Getreidepreisen.

Zu Buche schlagen würden dagegen vor allem Mehrkosten durch die Lkw-Maut, höhere Löhne sowie gestiegene Hygiene- und Qualitätsstandards: „Hier drückt der Schuh“, sagte die Präsidentin des Verbandes Deutscher Großbäckereien, Ulrike Detmers, am Mittwoch in Frankfurt. Dies seien die wesentlichen Kostentreiber. Letztlich müssten aber die Betriebe über die Preise entscheiden.

Unter dem Strich müssten sich Verbraucher auf „tendenziell leicht steigende“ Preise einstellen. Die gestiegenen Getreidepreise aufgrund des knapperen Angebots seien natürlich zu spüren, aber „nicht so krass“, sagte Detmers.

Mühlenwirtschaft fordere einen Aufschlag zwischen 25 und 30 Prozent

Angesichts der extremen Trockenheit in vielen Regionen Deutschlands und Europas haben die Bauern in diesem Jahr eine deutlich schlechtere Getreideernte eingefahren. Allein der Weizenpreis ist seit Oktober vergangenen Jahres um rund 28 Prozent gestiegen. Aus Sicht von Marktbeobachtern dürfte dies aber kein Auslöser für stark steigende Brotpreise sein. Denn der Rohstoffpreis mache nur einen geringen Anteil am Preis für Brot oder Brötchen aus. Höhere Rohstoffkosten könnten daher keine Begründung sein, argumentierten Experten.

Nach Darstellung von Verbands-Hauptgeschäftsführer Armin Juncker könnten sich die höheren Kosten voraussichtlich schon gegen Ende dieses Jahres bemerkbar machen. Dann würden neuen Lieferverträge mit den Mühlen abgeschlossen. Die Mühlenwirtschaft fordere einen Aufschlag zwischen 25 und 30 Prozent: „Da muss man abwarten, wie die Verhandlungen tatsächlich laufen. Das wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird.“ Der trockene Sommer habe nicht nur die Erntemengen gedrückt, auch die Qualität sei schlechter.

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