Nach der Razzia bei Porsche muss die Auswertung der Unterlagen noch warten. Foto: dpa

Nach der Razzia bei Porsche muss die Auswertung der Unterlagen noch warten. Gegen die Sichtung der Unterlagen hatten einige betroffene Personen oder Unternehmen Widerspruch eingelegt.

Stuttgart - Die Staatsanwaltschaft Stuttgart muss nach der jüngsten Razzia bei Porsche mit der Auswertung der Unterlagen erst einmal warten. „Die große Mehrheit“ der von der Durchsuchung betroffenen Personen oder Unternehmen hätten gegen die Sichtung der Unterlagen Widerspruch eingelegt, bestätigte ein Behördensprecher einen Bericht der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Mittwoch. Nun müsse das zuständige Amtsgericht darüber entscheiden. Erst dann könne die Staatsanwaltschaft wieder tätig werden.

Ende Mai verschiedene Standorte durchsucht

Porsche legte zunächst gleichfalls Widerspruch ein. „Der Grund hierfür ist die Anzahl der sichergestellten Unterlagen, die eine Sichtung und Bewertung durch Porsche in der Kürze der Zeit unmöglich macht. Diesen Widerspruch hat Porsche mittlerweile zurückgenommen“, teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Von der Volkswagen-Tochter wurden Ende Mai verschiedene Standorte durchsucht. Laut der Staatsanwaltschaft soll nach den bisherigen Ermittlungen ein Beamter des Konzernprüfungsamtes Stuttgart bei laufender Betriebsprüfung geheime Informationen an einen Steuerberater von Porsche verraten und im Gegenzug Vorteile angenommen haben.

Unverhältnismäßig hohe Vergütungen gezahlt?

Darüber hinaus besteht den Staatsanwälten zufolge der Verdacht, dass einem ehemaligen Betriebsratsmitglied unverhältnismäßig hohe Vergütungen gezahlt worden seien. Fünf Porsche-Mitarbeiter, teilweise Führungskräfte, und der auch im anderen Fall verdächtigte Steuerberater könnten sich damit unter anderem wegen Untreue strafbar gemacht haben. Der Betriebsrat selbst gehört nicht zu den Beschuldigten.

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