Der Porsche Cayenne wird bisher in Leipzig fertig montiert. Foto: Porsche

Der VW-Konzern richtet seine Produktion neu aus. Davon ist auch Porsche betroffen. Der Geländewagen Cayenne wird in Zukunft komplett in Bratislava gebaut. Dafür fertigt Leipzig von 2016 an auch die Karosserie der Sportlimousine Panamera.

Der VW-Konzern richtet seine Produktion neu aus. Davon ist auch Porsche betroffen. Der Geländewagen Cayenne wird in Zukunft komplett in Bratislava gebaut. Dafür fertigt Leipzig von 2016 an auch die Karosserie der Sportlimousine Panamera.

Stuttgart - Der VW-Konzern besteht aus zwölf Marken und hat fast 100 Werke auf der ganzen Welt. Die wollen ständig optimal ausgelastet sein, weshalb das Unternehmen am Dienstag das Produktionskarussell kräftig angestoßen hat. Folgen hat dies auch für Porsche, seit August 2012 vollständig in den Konzern integriert. So wird der Sportwagenbauer von 2016 an erstmals ein Modell komplett im Ausland bauen. Die neue Generation des Geländewagen Cayenne wird in Bratislava vom Band laufen. Bisher wird das Modell zu weiten Teilen in der Slowakei produziert, aber zur Endmontage nach Leipzig transportiert. Diese Entscheidung kündigte Porsche-Chef Matthias Müller bei der Bilanzpressekonferenz der Dachgesellschaft Porsche SE eher beiläufig an. Bisher hatte das Unternehmen stets darauf geachtet, dass die Modelle zumindest in Deutschland aus dem Werk rollen. Noch im Februar bei der Eröffnung des erweiterten Werks in Leipzig hatte Müller betont: „Made in Germany ist für uns ein wichtiges Qualitätsmerkmal.“ Für die Produktion des neuen Macan hatte Porsche 500 Millionen Euro in Sachsen investiert.

Müller verteidigte diese Entscheidung am Dienstag. „Für unsere Kunden ist das Label Engineered by Porsche in Weissach entscheidend.“ Soll heißen: Wichtig ist vor allem, dass die Modelle weiterhin in Deutschland entwickelt werden. „Wir haben bei der Produktion in allen Werken die gleichen Ansprüche, wenn es um Anmutung und Qualität geht“, so Müller. Gleichzeitig kündigten die Wolfsburger an, dass die neue Generation des Porsche Panamera in Zukunft komplett in Leipzig montiert wird. Bisher werden die Karosserien in Hannover hergestellt. Für den neuerlichen Ausbau des Werks investiere Porsche am Standort Leipzig noch einmal 220 Millionen Euro, sagte Vorstandschef Matthias Müller. Die Mitarbeiterzahl von derzeit rund 2150 soll in Zukunft moderat wachsen. „Die Komplettfertigung der nächsten Panamera-Generation in Leipzig ist ein aus strategischer sowie wirtschaftlicher Sicht logischer Schritt und zugleich die Fortschreibung der Erfolgsgeschichte von Porsche in Sachsen“, sagte Müller. Im Jahr 2013 liefen in Leipzig 107 000 Fahrzeuge vom Band, darunter 84 000 Cayenne und 23 000 Panamera. 2014 werden zusätzlich bis zu 50 000 Macan produziert.

Porsche erwartet durch die Verschiebungen in der Fertigung große Einsparungen vor allem bei den Transportkosten. So stockte etwa die Produktion des Cayenne während des Hochwassers im vergangenen Sommer, weil die Züge nicht mehr von Bratislava nach Leipzig fuhren. „Es macht keinen Spaß, Karosserien durch die Gegend zu fahren“, so VW-Chef Martin Winterkorn, der auch Vorstand der Porsche SE ist. In den kommenden Jahren soll der Betrag, der durch die Integration von Porsche in den VW-Konzern eingespart werden kann, auf eine Milliarde Euro pro Jahr steigen.

Erst jüngst hatte VW entschieden, die Boxster-Produktion aus Osnabrück nach Zuffenhausen zu verlagern, um das Werk am Stammsitz auszulasten. VW hat zudem angekündigt, in Polen ein neues Werk für den Transporter Crafter zu bauen. Dieser war bisher in Kooperation mit Daimler gebaut werden. Diese endet im Jahr 2016.

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