Die islamistische Al-Shabaab-Miliz reklamierte den Anschlag in Nairobi für sich. Foto: AFP

Explosion, Schüsse, brennende Autos: Extremisten greifen in Kenia an. Laut einem Augenzeugen tragen sie große Mengen Munition bei sich. Kenianer fühlen sich an einen früheren Angriff mit 67 Toten erinnert.

Nairobi - Ein vornehmer Gebäudekomplex mit einem Hotel, Büros und Banken in Kenias Hauptstadt Nairobi ist am Dienstag mit einer Explosion und Schüssen angegriffen worden. Die Polizei sprach von einem Terrorangriff; die somalische Al-Shabaab-Miliz bekannte sich dazu. Mehrere Autos brannten, Menschen wurden hastig von dem Tatort weggeholt, einige sogar getragen. Ein Zeuge gab an, mindestens zwei Leichen gesehen zu haben.

„Es ist furchtbar. Was ich gesehen habe ist furchtbar. Ich habe einen Menschen gesehen als ich rausgelaufen bin und da war überall etwas, das wie Hackfleisch aussieht“, sagte Charles Njenga, ein anderer Mann, der angab, von dem Tatort weggelaufen zu sein.

„Ich hatte mich versteckt. Meine Kollegen rannten überall hin“, sagte ein anderer, schwer atmender Mann einem Videojournalisten der Nachrichtenagentur AP. „Ich habe keinen Angreifer gesehen.“ Er glaube, dass es sich um einen Terrorangriff handele.

Schwarzer Rauch stieg auf

Schüsse fielen auch mehrere Minuten nach den ersten Berichten. Es könnten noch Angreifer in dem Gebäude sein, teilte der Chef der kenianischen Polizei am Nachmittag mit.

Schwarzer Rauch stieg auf. Die Polizei schickte Beamte, auch von der Anti-Terror-Einheit, zum Tatort. Ein Sprengstoffräumkommando war vor Ort, Gebiete um Autos wurden abgesperrt, aus Angst, sie könnten Sprengstoff enthalten. Ein Auto wurde kontrolliert gesprengt. Eine Granate, die nicht explodiert war, wurde in dem Gebäudekomplex gesehen.

Krankenwagen, Sicherheitskräfte und Feuerwehrleute eilten mit Sirenen zum Tatort. Eine große Gruppe Frauen wurde aus den Gebäuden geholt, eine mit Lockenwicklern in den Haaren. Zivilbeamte gingen von Tür zu Tür, einige mit erhobenen Händen, um zu zeigen, dass sie unbewaffnet sind. Andere Leute gingen hinter Brunnen und anderen Gegenständen in Deckung.

Islamistische Miliz reklamiert Anschlag für sich

Al-Shabaab teilte kurz nach Bekanntwerden des Angriffs mit, ihre Angreifer befänden sich noch im Gebäude. Wie viele Angreifer beteiligt waren, war unklar. Laut einem Augenzeugen trugen sie grüne Kleidung und jede Menge Munition.

Die Attacke erinnerte viele Kenianer an den Angriff auf ein Einkaufszentrum in Nairobi 2013. Bei dem Angriff auf die Westgate Mall mit Geiselnahme hatte es 67 Tote gegeben. Auch diese Tat hatten Kämpfer der Al-Shabaab für sich reklamiert. Erst am Montag hatte ein Gericht entschieden, dass drei Männer, denen vorgeworfen wird, an dem Angriff beteiligt gewesen zu sein, sich vor Gericht verantworten müssen.

Die Mall ist etwa zwei Kilometer von dem nun angegriffenen Hotel entfernt. Die Gegend wird als eine der sichersten der Stadt betrachtet.

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