Auch in Teilen Bad Cannstatts sind die Stellflächen Mangelware. Foto: Stadt Stuttgart

Ab 1. November kommenden Jahres soll das Parkraummanagement in Teilen des Stadtbezirks greifen.

Bad Cannstatt - Das Parkraummanagement im Bezirk ist so gut wie beschlossene Sache. Vergangene Woche fand sich sowohl im Ausschuss für Umwelt und Technik (UTA) als auch im Verwaltungsausschuss eine große Mehrheit für den Start des Projekts in der Sauerwasserstadt. Nun muss nur noch der Gemeinderat am 22. Dezember sein Plazet abgeben, dann gibt es ab 1. November 2017 vier Zonen in Bad Cannstatt, in denen das Parkraummanagement greift. Zwischen dem Neckar, der Mercedes-, Decker-, Augsburger, Denner- und Viaduktstraße werden künftig die Anwohner bei der Suche nach einer Stellfläche bevorzugt. „Das System ist in allen Bezirken gleich“, sagt Stephan Oehler vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung.

Bislang gibt es das Projekt schon in Stuttgart-West, -Nord und -Süd. Zunächst wurden auch dort die Parkzeiten verlängert – auf 8 bis 22 Uhr. „In den Kurzzeitparkbereichen ist das Parken dann für alle Nutzer während dieser Zeit gebührenpflichtig“, heißt es in einer Vorlage an den Gemeinderat. Maximal darf auf diesen Flächen zwei Stunden lang das Auto abgestellt werden. „Abweichend davon können Bewohner mit Parkausweis montags bis freitags ab 19 Uhr und samstags ab 14 Uhr gebührenfrei in diesen Kurzzeitparkbereichen parken“, heißt es weiter.

Auf den sonstigen Stellflächen in den vier neuen Parkzonen können die Bewohner kostenlos ihr Auto abstellen. Dazu benötigen sie allerdings einen Parkausweis, der pro Jahr 30,70 Euro kostet. Mit dem Dokument können sie in dem ausgewiesenen Gebiet parken, in dem sie ihren Hauptwohnsitz angemeldet haben. Gewerbetreibende und Firmen, die ihren Sitz im Bewohnerparkgebiet haben, können eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Allerdings kostet der Parkausweis für sie 120 Euro pro Jahr. „Alle anderen Nutzer müssen im Zeitraum von 8 bis 22 Uhr am Parkscheinautomat ein entsprechendes Ticket lösen“, steht in der Vorlage geschrieben.

Bei zwei Teilbereichen gibt es Bedenken

Das Parkraummanagement führe grundsätzlich dazu, dass die Parkbereiche für Pendler an Attraktivität verlieren, sagt Stephan Oehler. Auch in Teilen Bad Cannstatts übersteige die Nachfrage an Stellflächen das Angebot. Da herrsche ein gewisser Parkdruck. Bei der Einteilung der vier Gebiete für das Parkraummanagement gab es allerdings im Vorfeld einige Diskussionen. Der Bezirksbeirat stimmte am 3. Februar dieses Jahres nur mit knapper Mehrheit (10:9) für den ursprünglichen Vorschlag der Stadtverwaltung. „Wir hätten das Seelberggebiet mit unseren Grenzen zerschnitten“, sagt Oehler. „Das haben wir nicht so schlau gewählt.“ Zwischenzeitlich habe man die Einwände der Bezirksbeiräte in den neuen Vorschlag eingearbeitet. „Wir sind flexibel und haben dazugelernt. Jetzt passen die Gebiete besser zu den örtlichen Gegebenheiten“, betont der Stadtplaner.

Auch Bad Cannstatts Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler ist mit der jetzigen Lösung zufrieden: „Die neue Einteilung entspricht mehr den realen Verhältnissen. Grundsätzlich ist das Parkraummanagement derzeit alternativlos.“ Auch wenn sich schon Bürger beschwert haben, dass künftig ihre Gäste von außerhalb Schwierigkeiten mit dem Parken hätten. „Das ist ein Abwägungsprozess“, sagte CDU-Stadtrat Philipp Hill im UTA. „Parkraum ist ein knappes Gut. Das muss intelligent gemanagt werden.“ Bei zwei Teilbereichen (Ca1 und Ca2) habe er aber seine Bedenken, ob da der Parkdruck groß genug sei. „Wir müssen das nach einem oder anderthalb Jahren beleuchten. Dann sehen wir, ob sich das dort lohnt oder nicht“, sagte Hill.

Grundsätzlich habe man sich aber klar zur Ausweitung des Parkraummanagements im Luftreinhalteplan bekannt, erklärte Bürgermeister Martin Schairer. Das trage definitiv zum Schutz der Umwelt bei.

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