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Die deutschen Olympia-Sportler haben durch den Erfolg des Beachvolleyball-Duos die Gold-Ausbeute von London 2012 übertroffen – und es gibt noch weitere Chancen auf Olympiasiege.

Stuttgart/Rio - Es gibt zwei Dinge, die kann Laura Ludwig besonders gut – und beide Fähigkeiten durfte sie in den Tagen von Rio de Janeiro ausgiebig demonstrieren. Erstens: Beachvolleyball spielen. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Kira Walkenhorst steigerte sie sich von Spiel zu Spiel und demontierte nacheinander die anderen Topteams der Welt. Der Lohn: Der Olympiasieg am frühen Donnerstagmorgen deutscher Zeit. Zweitens: Vor Freude schreien. Aus genannten Gründen gab es jede Menge Gelegenheiten. Aber die gab es nicht nur für die Beach-Lady aus Hamburg.

Zwölfmal standen deutsche Sportler bisher in Rio de Janeiro ganz oben auf dem Podest – und boten damit einen Gegenpol zur dauerhaft geführten Diskussion um die mangelhafte Sportförderung in Deutschland. Gut, insgesamt wird es vermutlich nicht möglich sein, die Vorgabe von 44 Medaillen zu erreichen, weshalb es dringend notwendig ist, diese Diskussion weiterzuführen und zu vernünftigen Schlussfolgerungen zu kommen. Die Gold-Ausbeute von London 2012 allerdings ist bereits übertroffen. Damals hatte das deutsche Olympia-Team am Ende der Spiele elf Siege zu verzeichnen. Ob es zur Marke von Peking 2008 (16 Goldmedaillen) reicht, ist zwar fraglich, einige Chancen bieten sich dem deutschen Team aber noch.

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b>Die deutschen Olympiasieger von Rio

Laura Ludwig/Kira Walkenhorst: Das Beachvolleyball-Duo aus Hamburg bot in den K.o.-Spielen jeweils eine Demonstration der Stärke und gewann auch das Finale an der Copacabana gegen das brasilianische Duo Agatha Bednarczuk/Barbara Seixas De Freitas souverän.

Fabian Hambüchen: Der Turner krönte seine internationale Karriere und holte trotz einer vorangegangenen Verletzungspause Gold am Reck.

Sebastian Brendel: Wie schon in London war der 28-Jährige im Canadier-Einer nicht zu schlagen.

Kristina Vogel: Nach Bronze im Team-Sprint war sie in der Einzelwertung die Schnellste und holte das zweite Gold ihrer Karriere. In London hatte sie mit Miriam Welte im Team-Sprint gewonnen.

Christoph Harting: Im letzten Versuch warf er den Diskus so weit wie keiner der Konkurrenten und landete einen überaschenden Sieg.

Michael Jung: Eigentlich war Sam nur das Ersatzpferd – doch es verhalf Michael Jung zu seinem dritten Olympiasieg. Der Horber siegte in der Vielseitigkeit.

Die beiden Doppelvierer: Zwischen ihren Triumphen lagen nur wenige Minuten – danach konnten die Ruder-Doppelvierer der Männer und Frauen gemeinsam über Gold jubeln.

Das Dressur-Team: Die Mannschaft um Isabell Werth war nicht zu schlagen und sicherte sich die Goldmedaille. Werth holte auch noch Silber im Einzel.

Das Schützen-Trio: Sie hatten sich Medaillen vorgenommen – dass es aber drei goldene werden würden, damit hatte im Lager der deutschen Sportschützen keiner gerechnet. Doch Barbara Engleder, Henri Junghänel und Christian Reitz schossen den Vogel ab.

Endspurt in Rio: Die weiteren Gold-Chancen

Vier Wettkampftage liegen noch vor den Athleten bei den Spielen von Rio – und für das deutsche Team bieten sich noch einige wenige Chancen auf weitere Siege:

Die Fußballer: Nach dem 2:0 gegen Nigeria steht das Team im Finale. Dort kommt es am Samstag zum Traum-Duell mit Gastgeber Brasilien um Topstar Naymar.

Die Fußballerinnen: Am Freitag spielt das Team zum Abschied von Bundestrainerin Silvia Neid gegen Schweden um Gold.

Die Handballer: Die Bad Boys sind Europameister und heißer Kandidat auf eine Medaille. Auch Gold scheint möglich, im Halbfinale am Freitag geht es aber zunächst gegen Topfavorit Frankreich.

Die Springreiter: Im Team reichte es zu Bronze, im Einzel am Freitag sind für die deutschen Springreiter wieder Medaillen möglich. Mit etwas Glück auch eine goldene.

Die Speerwerferinnen: Christina Obergföll und Linda Stahl hoffen auf einen goldenen Abschluss ihrer Karrieren. Allerdings wäre Gold eine Überraschung.

Kanu: Die deutschen Boote haben in zahlreichen Disziplinen noch Medaillenchancen. Nicht ausgeschlossen, dass auch noch einmal Gold dazukommt.

Lena Schöneborn: 2008 holte sie Gold in Peking. Im heute beginnenden Modernen Fünfkampf nimmt Lena Schöneborn noch einmal einen neuen Anlauf.

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