Notfallmedizin Mann wird mit Kochtopfstiel im Kopf eingeliefert

Von Markus Brauer 

Bizarre Notfälle sind in der Medizin keine Seltenheit. Vor allem Mund-, Kiefer- und Gesichtchirurgen haben immer wieder mit den unglaublichsten Verletzungen durch Fremdkörper zu tun.

Dresden/Stuttgart - Was alles im Kopf-Hals-Bereich stecken kann, verschlägt selbst erfahrenen Ärzten mitunter die Sprache: Bleistifte, Spritzen, Messer, Scheren, Sägeblätter, kleine Äste, Metallsplitter, Bohrer, Schraubenschlüssel, Nägel, Schrotschussmuntion oder Schlüssel. Auf dem 68. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) in Dresden ist jetzt ein besonders bizarrer Fall vorgestellt worden.

Kochtopfstiel im Kopf

Ein 64-jähriger Patient wurde mit dem Rettungsdienst in die zentrale Notaufnahme des Städtischen Klinikums Karlsruhe eingeliefert. In der rechten Augen- und Kieferhöhle steckte der Stiel eines Kochtopfs.

Der 64-Jährige berichtete, dass er in der Küche gestolpert und der Griff eines Stielkochtopfes sich in sein Gesicht gebohrt habe. Danach habe er den Rettungsdienst verständigt. Die Ärzte entfernten daraufhin in einer Notfall-OP den Kochtopfstiel, und rekonstruierten den zertrümmerten Augenhöhlenboden mit einer speziellen Technik. Schon Tage danach konnte der Patient wieder sehen.

Verletzungen im Gesicht

Nach Angaben der DGMKG kommt es relativ häufig zu Unfällen und Verletzungen mit Fremdkörpern im Gesichtsbereich. Rund fünf Prozent aller Notfallpatienten hätten Gesichtsverletzungen. „Ein beachtlicher Teil dieser Patienten erleidet Verletzungen mit Fremdkörper-Einwirkungen, zum Teil mit perforierenden Fremdkörpern im Gesichtsbereich“, heißt es. Dabei würden vor allem der Augapfel, die Tränenwege und de er Augenhöhlenboden verletzt.

Fälle in der Berliner Charité

„Eingeklemmte Fremdkörper im Rahmen von Stich-, Pfählungs-, Schuss- oder Explosionsverletzungen können beispielsweise schon durch eine kleine Unachtsamkeit bei der Arbeit, im Haushalt oder durch Rohheitsdelikte, Kriegsverletzungen oder Suizidversuche entstehen“, erklärt der Fachverband. Einige dieser Fälle, die in der Universitätsklinik der Berliner Charité behandelt wurden, zeigen wir in der Bildergalerie.

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