Oberbürgermeister Christoph Palm begrüßt die rund 900 Gäste. Foto: Patricia Sigerist

Zum Neujahrsempfang sind rund 900 Besucher in die Schwabenlandhalle gekommen. Das bestimmende Thema bei der Traditionsveranstaltung ist die Flüchtlingsfrage gewesen.

Fellbach - Schön ist die Welt. Das könnte man jedenfalls glauben, wenn man den Imagefilm zum Auftakt des Neujahrsempfangs anschaut. Zu sehen sind Weinberge und Felder im Wechsel der Jahreszeiten. Fantastische Bilder aus der Vogelperspektive, die eine Drohne aufgenommen hat. Aber ist wirklich alles eitel Sonnenschein in der Stadt ?

Der Oberbürgermeister Christoph Palm sieht das nicht so. „Das Leben ist schrecklich und schön zugleich“, sagte er zu Beginn seiner Begrüßungsrede. Rund 900 Gäste waren am Sonntag zu der Traditionsveranstaltung in den Hölderlinsaal der Schwabenlandhalle gekommen. Unter den Gästen waren unter anderem Regional-, Kreis- und Stadträte, Landtags- und Bundestagsabgeordnete. sowie Bürgermeister benachbarter Orte. Auch die Sozialministerin Katrin Altpeter nahm in der ersten Reihe Platz.

OB Palm lobt die Flüchtlingsarbeit

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs habe man sich in einer trügerischen Sicherheit gewiegt, sagte Palm. „Jetzt kommt es zum Rendezvous mit der Wirklichkeit.“ In diesem Zusammenhang bedankte sich der OB bei allen Ehren- und Hauptamtlichen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. „Sie stemmen eine schwere Aufgabe mit Fingerspitzengefühl.“ Als positives Beispiel führte Palm unter anderem die Unterbringung der rund 80 Syrer in der Festhalle Schmiden an.

Aber auch kritische Töne äußerte das Stadtoberhaupt. So müsse man Flücht-lingen ohne Bleibeperspektive von Anfang an ihre Situation klar und deutlich machen. Zu den sexuellen Übergriffen in Köln und in anderen Großstädten in der Silvesternacht sagte Palm in aller Deutlichkeit: „In Fellbach bestimmen nur die Frauen darüber, was sie anziehen!“

Nachdem Palm gemeinsam mit dem Ersten Bürgermeister Günter Geyer und der Baubürgermeisterin Beatrice Soltys die Ehrenplaketten verteilt hatte (siehe Artikel unten), rückte er den Philharmonischen Chor ins Rampenlicht. Der feiert in diesem Jahr sein 175-Jahr-Jubiläum. „Es gibt wenige Vereine in der Stadt, die noch älter sind“, sagte Palm.

Die Meinung Andersdenkender ist auch gefragt

Der OB führte die Zuhörer ins Jahr 1841, als der Chor gegründet wurde. Deutschland sei durch viele Grenzen zersplittert gewesen, und die Menschen hätten aufbegehrt und mehr Freiheiten gefordert. „Es gärte damals wie heute in der Welt.“ Palm betonte, dass zur Freiheit auch die Meinung Andersdenkender gehöre. „Machen Sie sich bitte Ihr eigenes Bild, denn Populismus war noch nie so einfach wie heute.“

Das Neujahrskonzert am Sonntag bildete den Auftakt des Jubiläumsjahrs. Unterstützt wurde der Philharmonische Chor von der Solistin Uta Scheirle sowie einem Ensemble aus Musikern des Fellbacher Kammerorchesters und der Stadtkapelle. Unter der musikalischen Leitung von Tilman Heiland wurden dem Publikum Titel aus Operette und Musical serviert. Auch eine symphonische Version der „Bohemian Rhapsody“ von Queen gaben die Sänger und das Orchester zum Besten.

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