Noch ist das Gemeindezentrum in der Lembergstraße eine Baustelle. Foto: factum/Granville

Das neue Gemeindezentrum der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes im Korntal-Münchinger Stadtteil Korntal ist fast fertig. Am Freitag ziehen die Mitarbeiter um.

Korntal-Münchingen - Vorbei sind die Zeiten, in denen Gläubige auf dem Weg von der Kirche St. Johannes ins katholische Gemeindezentrum in Korntal „verloren gegangen“ sind. Mehr als ein Kilometer liegt zwischen der Lemberg- und der Tubizer Straße. Angesichts des langen Fußmarsches oder einer mehrminütigen Autofahrt hat schon mancher kehrtgemacht und ist wieder heim. „Dass eine Kirche und ihr Gemeindehaus so weit auseinander sind, ist sehr ungewöhnlich“, sagt Peter Rogale, der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats. Er kennt keinen vergleichbaren Fall.

Dagegen ist das neue und behindertengerechte Gemeindezentrum mit zehn Metern bloß ein Steinwurf von der Kirche weg. Allein deshalb ist Peter Rogale froh, dass das Gebäude von Freitag an bezugsfertig ist. Das Stäbchenparkett glänzt, die Oberlichter leuchten, die Wände sind weiß gestrichen, die Küche ist fast einsatzbereit. Gleichwohl haben die 25 Handwerker noch gut zu tun: Sie hämmern und bohren laut in den zehn Räumen, und den Kirchplatz müssen sie auch noch pflastern. Die Linde bleibt stehen, im Frühjahr wird ein zweiter Baum gepflanzt und Rasen gesät. Auch der Kinderspielplatz entsteht erst noch, Gleiches gilt für die acht weiteren Parkplätze.

Neues Gemeindezentrum schnell mit Leben füllen

„Alle Generationen können es kaum erwarten, dass sie das neue Gemeindezentrum endlich nutzen können“, sagt Rogale. Im Sommer seien draußen Feste geplant. Auf dem Kirchplatz mit Vordach werden noch die Betonfüße für die Sonnenschirme aufgestellt. „Im alten Gemeindezentrum mussten wir für solche Feste immer die Straße sperren“, sagt Rogale. Auch für den Pfarrer Michael Ott zählt, das neue Gebäude schnell mit Leben zu füllen. „Dort soll sich das Gemeindeleben für verschiedene Gruppen verschiedenen Alters abspielen“, sagt Ott. Die Gemeindereferentin Regina Wiendahl sagt, dass zunächst die Gemeinde mobilisiert werde. „Sie bekommt die Möglichkeit, eigene Ideen für Veranstaltungen und Projekte zu entwickeln.“

Für den 2,2 Millionen Euro teuren Neubau wurde Anfang 2016 das Pfarrhaus samt Pfarrbüro abgerissen – nachdem der Pfarrer Adolf Rager in Rente gegangen war. Wegen des üppigen Pfarrgartens war nie Platz für ein Gemeindehaus gewesen. Also wurde 1970 eins in der Tubizer Straße 5 gebaut, nun hätte es dringend saniert werden müssen. „Wir haben schon vor zehn Jahren über ein neues Gemeindezentrum nachgedacht“, sagt der Kirchengemeinderat Peter Rogale. Ein Investor hat das alte Gemeindezentrum gekauft. Er wird das Gebäude abreißen und Wohnungen errichten.

Turbulente Bauzeit

In der Lembergstraße hat der Architekt Alfred Geiselhardt die 300 Quadratmeter große Fläche „maximal ausgeschöpft“. Alle wichtigen Einrichtungen der Kirchengemeinde sind jetzt an einem Ort gebündelt. Rund 140 Besucher haben drinnen Platz, wenn die zwei Säle und das Foyer genutzt werden. Geiselhardt erinnert sich an eine turbulente Bauzeit. Wegen Auswaschungen im Gipskeuper mussten die Arbeiter 21 Betonpfähle in den Boden rammen, auf denen das Haus steht. „Und es gab den Verdacht auf Blindgänger aus dem Krieg“, sagt Geiselhardt. Gefunden hat man keine. In Korntal hat in den vergangenen Jahren auch die Brüdergemeinde ihr Gemeindezentrum neu gebaut, die evangelische Kirchengemeinde auf dem Roßbühl hat ihr Gemeindehaus umfassend modernisiert.

Einweihung Das neue Gemeindezentrum, Lembergstraße 7, öffnet am Samstag, 16. Dezember, um 15.30 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Um 17 Uhr ist ein Festgottesdienst, danach ein Festakt mit Musik.

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