So soll das Stadion des Karlsruher SC im Wildpark einmal aussehen. Das Gesamtbudget für den Neubau wird auf 123 Millionen Euro taxiert. Foto: agn Architekten Ibbenbüren

Karlsruhe und Freiburg leisten sich neue Stadien. Sowohl beim KSC als auch beim SC Freiburg sind die Fußballarenen in die Jahre gekommen und müssen neu gebaut werden. In beiden Städten haben die Arbeiten begonnen und liegen im Zeitplan.

Freiburg / Karlsruhe - Pro Woche werden bis zu hundert Fertigbetonteile verbaut. Die Stützen für die Tribünen seien weitestgehend errichtet, sagt Stefanie Werntgen vom Presseamt der Stadt Freiburg. Im angrenzenden Naherholungsgebiet drehen derweil Jogger ihre Runden. Der Bundesligist SC Freiburg hat ehrgeizige Ziele: Bis 2020 soll die Arena fertig sein, in unmittelbarer Nähe zu Messe und Flugplatz gelegen. Doch nicht nur in Freiburg, auch im Karlsruher Wildpark wird gearbeitet. Der KSC soll bis 2022 eine neue Heimstatt haben.

Im Gewann Wolfswinkel – der an Freiburgs Stadtteil Mooswald angrenzt – werden die Arbeiten am neuen Fußballstadion auch im Sommer weiterlaufen, sagt Stefanie Werntgen. Vorangegangen waren dem Neubau ein Beschluss des Stadtrats und ein Bürgerentscheid, dem 2015 58 Prozent der Freiburger zustimmten. Seit November 2018 liegt die Baugenehmigung des Regierungspräsidiums Freiburg vor – für ein Stadion, das 35 000 Zuschauern Platz bietet.

Auch Lärmgrenzwerte sind geregelt worden

Geregelt sind in dem Papier auch maximal zulässige Lärmgrenzwerte. Ein Eilantrag von Anliegern gegen den Bau vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim blieb erfolglos. Seit diesem Februar sind die Arbeiten am neuen Stadion, an das auch die Gebäude der Technischen Fakultät der Uni Freiburg sowie ein Neubau des Fraunhofer Instituts angrenzen, voll im Gang. „Nach wie vor halten wir an dem Ziel, das Stadion bis zur Saison 2020/2021 fertigzustellen fest“, sagt Stefanie Werntgen. Das sei zwar durchaus ehrgeizig, aber alles liege im Plan.

Auch in Karlsruhe haben die Vorarbeiten für ein neues Stadion begonnen – im Unterschied zu Freiburg aber im laufenden Betrieb und am bestehenden Standort im Wildpark. Seit 1955 spielt der KSC mitten im Landschaftsschutzgebiet Hardtwald. Nach langer Vorgeschichte unterzeichneten die Stadt Karlsruhe und die Verantwortlichen des KSC im Herbst 2018 einen Vertrag: Die Stadt wird das Stadion bauen – der wieder in zweite Bundesliga aufgestiegene KSC soll das über die jährliche Pacht innerhalb von 33 Jahren refinanzieren.

Die Wälle unter den Tribünen enthalten Weltkriegsschutt

Seitdem wurden wichtige Vorbereitungen erledigt: Die Erdwälle, auf denen die Tribünen seit 1955 thronen, werden nach und nach abgetragen, und – befreit von kontaminiertem Weltkriegsschutt – neu aufgesetzt. Inzwischen sind die neuen provisorischen Tribünen in der Nord- und der Südkurve fertiggestellt. Am 5. August soll nun mit dem Abbruch der noch weitgehend aus Holz gefertigten Gegengeraden begonnen werden. Daran würden sich dann der Rückbau und die Kampfmittelerkundung anschließen, sagt Melanie Herlan vom städtischen Eigenbetrieb „Fußballstadion im Wildpark“.

Das werde bis voraussichtlich Ende Oktober dauern. Dann, gegen Ende des Jahres, wird auch die gültige Baugenehmigung für das neue Stadion erwartet. „Wir sind guter Dinge, dass wir unser Ziel erreichen werden und uns die Baugenehmigung bis November erteilt wird. Im Anschluss wird das erste Baufeld an den Totalunternehmer zur Errichtung der neuen Osttribüne übergeben werden“, sagt Herlan. Die neuen Tribünenbereiche werden abschnittsweise gebaut, was im Spielbetrieb eine logistische Herausforderung bedeutet. Geplant wird im Wildpark für 35 000 Zuschauer, davon 22 500 Sitzplätze und 12 500 Stehplätze – exakt wie beim SC Freiburg. Bis Sommer 2022 wollen die Karlsruher fertig sein.

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