Die Ideen zur Belebung der Göppinger Plätze sprudeln wie die neuen Fontänen am jüngst verschönerten Spitalplatz Foto: Horst Rudel

In seltener Einmütigkeit stimmt der Gemeinderat einer ganzen Reihe neuer Veranstaltungen im kommenden Sommer zu. Sie sollen dabei helfen, möglichst viele Besucher in die Stadtmitte zu locken.

Göppingen - Die Umgestaltung des Schlossplatzes hat 2,4 Millionen Euro verschlungen, der neue Kornhausplatz, der im November fertig werden soll, wird 2,5 Millionen Euro kosten, und für die Verschönerung des Spitalplatzes hat die Stadt Göppingen 400 000 Euro ausgegeben. Damit sich diese Investitionen in das Stadtbild auch ganz sicher auszahlen, hat der Gemeinderat jüngst zugestimmt, vom kommenden Sommer an auf jedem der fünf großen Innenstadtplätze jährlich eine große Veranstaltung abzuhalten. Jede Veranstaltung trägt ein Motto, das zum jeweiligen Platz und seiner Geschichte passt.

Der Schlossplatz ist das große Vorbild

Die Zustimmung zu dem Vorschlag der Stadtverwaltung fiel den Stadträten so leicht wie selten. Denn die Ausgaben für die fünf neuen Termine im schon jetzt vollgepackten Veranstaltungskalender sind mit insgesamt rund 20 000 Euro überschaubar. Die Kommune setzt darauf, dass sich die ansässigen Einzelhändler und Gastronomen sowie die Göppinger City aus eigenem Interesse an den Festen beteiligen.

Außerdem lehrt die Erfahrung mit dem Schlossplatz, dass das Publikum gut gemachte Feste auf den Plätzen in der Innenstadt gerne annimmt. Seit der Schlossplatz vor zwei Jahren eingeweiht wurde, haben sich dort – meist organisiert von dem Göppinger Gastronomen Matthias Pulvermüller, der das benachbarte Café Bozen betreibt – zahlreiche Veranstaltungen auf dem Schlossplatz als Publikumsmagneten erwiesen, der Street Food Market etwa oder die Göppinger Biertage.

Alle Fraktionen sind von dem Konzept angetan

Ähnlich stellt sich die Stadtverwaltung auch den Effekt der Feste auf den anderen Plätzen vor. Das Ziel ist, auch Besucher aus anderen Regionen nach Göppingen zu locken, die neu sanierten Plätze in Szene zu setzen und die Kommune als liebenswerte und lebendige Einkaufsstadt zu präsentieren. Immerhin haben Untersuchungen von Marktforschern zuletzt ergeben, dass Göppingen in der Region bisher nicht gerade als Ausflugsziel gilt. Das soll sich nun Schritt für Schritt ändern.

„Das Konzept soll von allen getragen werden“, sagte die Erste Bürgermeisterin Almut Cobet bei der Vorstellung der Pläne im Gemeinderat. So könnten sich beispielsweise auch die Volkshochschule oder das Haus der Familie beteiligen. Die Stadträte waren quer durch alle Fraktionen sehr angetan von dem Konzept. Es sei Zeit, dass die Menschen die Plätze für sich eroberten, sagte etwa der Grünen-Chef Christoph Weber. Wichtig war den Stadträten dabei aber auch, dass andere Plätze in der Stadt, die nicht direkt im Zentrum liegen, wie etwa das Karlstraßenquartier, in Zukunft nicht vernachlässigt werden dürften.

Die Ideen im Einzelnen:

Schillerplatz:
Hier soll der Festereigen am 27. April mit dem Thema Genuss und Gesundheit beginnen. Die Stadt hofft, dass sich etwa das ansässige Reisebüro oder die Gaststätte Der Andechser beteiligen.

Spitalplatz:
Am 29. Juni wird die Reihe mit dem Motto Kunst und Kinder auf dem jüngst verschönerten Spitalplatz fortgesetzt.

Foggiaplatz:
Die Stadt hat sich für den 13. Juli das Thema Italien und Latein überlegt, immerhin ist dort die Lateinschule, in der einst Hermann Hesse büffeln musste, und der Platz trägt den Namen der italienischen Partnerstadt.

Kornhausplatz:
Auch hier ist das Thema für den 21. September mehr als naheliegend: Ort des Lesens lautet es – passend zur benachbarten Stadtbücherei im Kornhaus.

Schlossplatz:
Weil es hier bereits eine große Menge von Veranstaltungen gibt, spielt die Stadt mit dem Gedanken im Mai beim Blumen- und Dekomarkt einzusteigen. Alternativ könnte sie eine neue Veranstaltung im August einführen, gedacht ist an einen regionalen Bauernmarkt.

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