Die App hat eine Funktion, in die einfach ein Bild geladen werden kann. Foto: factum/Granville

Die grüne Karte zu Mängelmeldung ist tot. Eine neue App wurde dafür ins Stadtleben gerufen.

Ludwigsburg - Schlaglöcher, illegale Müllablagerungen oder Pflastersteine, die zur Stolperfalle werden – bis Anfang Juli konnte jeder der Stadt solche Mängel über die grüne Karte schriftlich melden. Später auch per E-Mail. Die neue AppLB-Melder“ macht dies wesentlich einfacher. „Jeder kann vor Ort mit seinem Smartphone ein Foto machen und in die App stellen“, sagt Miriam Odenwälder vom Fachbereich Organisation und Personal. Die Verortung läuft über GPS. „So finden wir beispielsweise Müll auf einem Feldweg, der keinen Namen trägt, schnell“, sagt sie.

Die App erleichtert also für Bürger und für die Verwaltung den Ablauf. Über die Symbole wie Mülleimer, Lampe oder Blatt wird der Mangel sofort an die richtige Abteilung geleitet. „Nur bei Mängeln auf Straßen gibt es Probleme“, erklärt die Projektleiterin. Um die Zuständigkeit festzustellen, müsse nämlich überprüft werden, ob es sich um eine private oder eine öffentliche Straße handle. Deshalb ist hier eine Zwischenstelle eingeschaltet.

Die App ist auf der Homepage der Stadt Ludwigsburg zu finden

Der Mangel kann über die App also wesentlich schneller behoben werden. Wie schnell, das kann jeder über die Homepage der Stadt Ludwigsburg sehen, die mit der App verlinkt ist. Auf einer Straßenkarte verteilen sich bereits jetzt 14 Symbole. Sind sie rot, hat die Stadt den Mangel auf seine Ernsthaftigkeit überprüft und angenommen. Orange bedeutet, dass das Schlagloch oder die kaputte Laterne gerade repariert werden. Wenn es etwas länger dauert, um einen Mangel zu beheben, ist zu lesen, weshalb. „Es kann zum Beispiel sein, dass wir ein Ersatzteil bestellen müssen“, erklärt Miriam Odenwälder.

Rund 90 Meldungen sind schon eingegangen. Die Android-Version ging etwas schneller online, als die für das I-Phone. Das haben einige Ludwigsburger bereits mitbekommen und den Mängelmelder bereits fleißig eingesetzt. Ein Beweis für die Stadt, dass die Anwendung, die rund 10 000 Euro gekostet hat, leicht zu bedienen ist und funktioniert. Die Firma „wer denkt was“, die diese App anbietet und bereits an zahlreiche weitere Kommunen verkauft hat, habe die Stadt vorgewarnt, dass zunächst eine Flut von Mängelmeldungen auf sie zukommen könne. Zu Beginn wollten viele die App einfach ausprobieren. Der Vorteil für die Stadt: Ein Mangel kann nicht mehrmals gemeldet werden. Die App erkennt Ähnlichkeiten – dennoch kann der Finder die Beseitigung verfolgen, indem er die angezeigte Meldung abonniert.

Wer kein Smartphone hat, kann die App über den Computer nutzen

Wer kein Smartphone hat, kann die App übrigens auch über den Computer nutzen. Nur die grüne Karte, über die Mängel bisher schriftlich gemeldet wurden, gibt es nicht mehr. 32 Jahre lang wurden diejenigen geehrt, die die meisten Mängel gemeldet haben – an diesem Mittwochabend zum letzten Mal. Insgesamt gingen im Jahr 2016 rund 2500 Mängelmeldungen bei der Stadt ein – immerhin noch rund 530 über die grüne Karte. Der aufmerksamste Melder ist Josef Schneider. Er hat 188 grüne Karten an die Stadt geschickt. Künftig sollen nun die App-Nutzer ausgezeichnet werden.

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