Das Kunstmuseum Bern hat das Erbe von Cornelius Gurlitt angenommen. Jetzt beginnt die Diskussion um die Rückgabe von Bildern. Foto: Getty Images Europe

Cornelius Gurlitts Einsetzung des Kunstmuseums Bern als Erbe erweist sich so mehr und mehr als Glücksfall. Das Museum arbeitet eng mit der Bundesregierung zusammen, um die Herkunft der Bilder zu klären.

Stuttgart/Bern - Die „Sammlung Gurlitt“ – dies war und ist ein Medienereignis mit vielen, zu vielen Unschärfen. Beginnend mit der durch eine Münchner Zeitschrift herbeigeschriebenen „Sensation“ des „Fundes“ und fortgeführt durch das mitgespielte „Erstaunen“ in deutschen Museen und Fachredaktionen. Als ob man nicht von den Werken aus dem Umfeld des im Namen Hitler-Deutschlands freihändig agierenden Kunstverwerters Hildebrand Gurlitt gewusst hätte. Die Entdeckung? Eine Kunst-Lüge mit erlösendem Charakter. Gurlitt war’s – hätte doch Hildebrand-Sohn ­Cornelius das Bedienen des hungrigen Moderne-Marktes bitte schön transparenter gestalten können. Schon, um im Gurlitt-Schatten weiter den eigenwilligen Wettbewerb der Kenntlichmachung von „Raubkunst“ und deren globaler Verwertung fortführen zu können.

Cornelius Gurlitts Einsetzung des Kunstmuseums Bern als Erbe erweist sich so mehr und mehr als Glücksfall. Bestens beraten setzt man in Bern auf den Schulterschluss mit der Bundesregierung in Berlin. Dieser sichert eine Aufarbeitung Werk für Werk – oder besser: Blatt für Blatt, sind doch die deutliche Mehrzahl der „Bilder“ Arbeiten auf Papier.

Das Störfeuer aus näheren und weiteren Familienkreisen Gurlitts war erwartbar. Die jetzt getroffene Vereinbarung zwischen Bern und Berlin lässt gleichwohl auf Ruhe offen. Ruhe, die vor allem der Kunst dient.

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