Künftig sollen Produkte auch in Frankreich nicht günstiger als zehn Prozent über dem Einkaufspreis verkauft werden dürfen. Intermarché hatte Nutella und Pampers sehr stark reduziert angeboten. (Symbolfoto) Foto: AFP

Nach tumultartigen Szenen in Filialen von Intermarché hat Frankreichs Regierung das Aus für Rabattschlachten gefordert. Die Kette hatte Nutella und Pampers zum Schleuderpreis angeboten.

Paris - Nach tumultartigen Szenen bei Preisaktionen auf Nutella und Pampers will die französische Regierung Rabattschlachten künftig unterbinden. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte am Mittwoch dem Radiosender RTL in Paris, er habe den Chef der Supermarktkette Intermarché zu sich zitiert und ein Ende solcher Sonderangebote verlangt. Zudem ist ein Gesetz gegen übertriebene Rabatte geplant.

„Wir können nicht alle vier Tage solche Szenen in Frankreich haben“, betonte Le Maire. Der Minister erinnerte an eine freiwillige Selbstverpflichtung von Intermarché und anderen Einzelhändlern, auf Rabattschlachten zu verzichten. „Sie müssen Wort halten“, forderte Le Maire.

Wegen eines Preisnachlasses von 70 Prozent auf Nutella waren viele Kunden vergangene Woche regelrecht in Intermarché-Märkte eingefallen, Videos von Rangeleien um die Gläser zum Preis von 1,41 Euro verbreiteten sich rasch im Internet.

Pampers ebenfalls 70 Prozent günstiger

Am Dienstag kam es laut französischen Regionalmedien in der Stadt Metz westlich von Saarbrücken zu ähnlichen Szenen, als Intermarché Windeln der Marke Pampers ebenfalls um 70 Prozent reduziert verkaufte.

Die Anti-Betrugsbehörde im Wirtschaftsministerium kündigte Ermittlungen an. Le Maire begrüßte den Schritt. Er sagte zum Verhalten der Supermärkte: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Am Mittwoch wollte die Regierung zudem ein Gesetz vorstellen, nach dem große Supermärkte ihre Produkte mindestens zehn Prozent über Einkaufspreis verkaufen müssen. Damit sollen unfaire Praktiken verhindert werden.

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