Die Polizei war am Dienstagnachmittag zu einer Unterkunft in Schwaikheim ausgerückt. Foto: aktuell.de/Simon Adomat

Schwer bewaffnete Polizisten vor einer Asylunterkunft haben am Dienstag im Rems-Murr-Kreis für Aufsehen gesorgt. Zwei Männer waren dort in Streit geraten – wer von ihnen mit einer Schreckschusswaffe geschossen hat, bleibt unklar.

Schwaikheim - Nach einem Großeinsatz der Polizei in einer Asylbewerberunterkunft in Schwaikheim (Rems-Murr-Kreis) bleiben für die Ermittler noch einige Rätsel. Warum es am Dienstagnachmittag zu dem Streit zweier Nigerianer gekommen war, bei dem auch Schüsse aus einer Schreckschusswaffe fielen, ist unklar. Die beiden Beteiligten beschuldigen sich zudem gegenseitig, abgedrückt zu haben. „Die Schreckschusspistole haben wir nicht auffinden können. Und wir haben auch noch keine Zeugen, die beobachten konnten, wer geschossen hat“, so ein Polizeisprecher.

Die beiden Männer sollen schon mehrere Einsätze ausgelöst haben

Der Einsatz, bei dem Streifenbeamte in martialischer Schutzausrüstung und mit Maschinenpistolen zur Unterkunft vorgerückt waren, hatte viel Aufsehen erregt. Schlussendlich ermittelt die Polizei nun wegen Nötigung und – möglicherweise – versuchter Körperverletzung. Der Sprecher erklärt: Zwar könne ein aufgesetzter Schuss aus einer Schreckschusswaffe zu schweren Verletzungen führen, „wie es aussieht, waren aber noch ein paar Meter dazwischen“. Schreckschusswaffen sind in Deutschland ab 18 Jahren legal erhältlich, sie dürfen in der eigenen Wohnung aufbewahrt werden. Schüsse in der Öffentlichkeit sind damit untersagt.

Der ältere der beiden Männer habe jedoch verdeckt am Körper ein kleines Beil getragen. „Verboten ist das nicht, verdächtig natürlich schon“, so der Sprecher.

Laut dem Polizeisprecher liegen die 29 und 23 Jahre alten Beteiligten schon längere Zeit im Streit, was offenbar auch schon andere Einsätze nach sich gezogen hatte. Am Dienstagabend wurden beide unter anderem auf Schmauchspuren untersucht und danach auf freien Fuß gesetzt – der Ältere ist nun jedoch in einer anderen Unterkunft, um weitere Konflikte zu vermeiden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: