Das Werk wurde auf einer legalen Fläche in Mannheim mit Acrylfarben geschaffen. Foto: dpa/Uwe Anspach

Ein Mannheimer Künstler hat nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd ein Solidaritäts-Graffito an eine Unterführung gesprüht. Damit wolle er darauf aufmerksam machen, dass solche Gewalt jeden treffen könne.

Mannheim - Mit einem spontanen Graffito hat ein Mannheimer Künstler Solidarität und Mitgefühl für den Afroamerikaner George Floyd ausgedrückt, der nach einem brutalen Polizeieinsatz in der US-amerikanischen Stadt Minneapolis gestorben ist. Das von Gonz Maldonado-Morales an eine Unterführung gesprühte Bild ist in Grautönen gehalten. Hinter dem überdimensionalen Kopf des Verstorbenen ist der Satz „I can’t breathe“ zu lesen - „Ich kann nicht atmen“, womöglich die letzten Worte Floyds.

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Das Werk habe er ohne viel nachzudenken auf einer legalen Fläche mit Acrylfarben geschaffen, sagte Maldonado-Morales. Er wolle darauf aufmerksam machen, dass solche Gewalt jeden treffen könne, erläuterte der Tätowierer und Designer. Er sei erstaunt, wie viele positive Rückmeldungen er dafür erhalten habe.

Rassismus in Asien und den USA ausgeprägter

Deutschland stellte der aus Südamerika stammende Künstler in Sachen Rassismus ein relativ gutes Zeugnis aus. Als er vor 40 Jahren hierher gekommen sei, seien Steine nach ihm geworfen worden. „Seitdem hat sich viel verändert“, betonte der 49-Jährige. In Asien und den USA, wo er auch gelebt habe, sei der Rassismus weit ausgeprägter als in Deutschland.

Bei dem Polizeieinsatz vergangene Woche hatte einer von vier beteiligten Beamten Floyd fast neun Minuten lang sein Knie in den Nacken gedrückt. Alle Bitten des Afroamerikaners, ihn atmen zu lassen, ignorierte er. Floyd starb nach der Festnahme. Die vier Polizisten wurden entlassen.

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