In der Bar erschießt der Täter drei weitere Menschen. Foto: dpa

Ein Mann erschießt in Hanau mehrere Menschen. Seine Opfer waren laut Augenzeugen hauptsächlich türkische Gäste und Angestellte eines Imbisses. Der Besitzer schildert die Tat.

Hanau/ Istanbul - Bei dem Terroranschlag von Hanau hat der Täter nach Augenzeugenberichten auf türkische Gäste und Angestellte eines Schnell-Imbisses geschossen.

Imbiss-Besitzer Kemal Kocak sagte der Online-Ausgabe der Zeitung „Hürriyet“, der Todesschütze habe zunächst auf drei türkische Gäste gefeuert, die beim Essen saßen und danach auf den türkischen Kellner Gökhan G. Anschließend sei der Täter nebenan in die „Arena“-Bar gegangen und habe dort einen 20-jährigen Türken, einen 20-jährigen Bosnier und eine polnische Kellnerin getötet.

Der türkische Präsidialamtssprecher Ibrahim Kalin bestätigte auf Twitter, dass türkische Staatsbürger unter den Opfern sind. Kalin bekundete sein Beileid für „unsere Bürger, die bei dem offenbar ausländerfeindlichen und rassistischen Anschlag ums Leben kamen“. Der türkische Parlamentsabgeordnete Mustafa Yeneroglu, der sich für die Belabge der Türken in Deutschland einsetzt, sprach von mindestens fünf toten Türken. 

Alle Informationen rund um die Bluttat in Hanau finden Sie in unserem Newsblog

Der türkische Nachrichtensender A-Haber sendete ein Interview mit einem verletzten türkischen Anschlagsopfer aus einem Krankenhaus. Der junge Mann, der seinen Namen mit Mohammed angab, sagte den Reportern, er habe in dem Imbiss auf sein Essen gewartet und den Schützen hereinkommen sehen.

Zu dem Zeitpunkt seien etwa zwölf Menschen in dem Imbiss gewesen. „Der Mann kam rein und hat alle Leute auf einer Seite getötet“, sagte Mohammed. „Dann kam er auf uns zu.“ Der Täter habe einen Mann neben ihm niedergeschossen und ihn selbst in der rechten Schulter getroffen. Auf dem Boden sei er auf ein anderes Opfer gefallen, ein weiteres Opfer stürzte auf ihn. Bei einem Jungen habe er ein Einschussloch im Hals gesehen. Der Junge habe geschrien, „aber außer uns zwei war keiner mehr da“.

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