„La Bamba“ befindet sich unterhalb der Stiftskirche. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Warum sind keine Fahrgeschäfte beim Mini-Wasen in Stuttgart erlaubt? Und weshalb befinden sich manche Buden im Abseits an Orten, an denen wenig los ist? Auf die Kritik der Schausteller hat jetzt die Pressestelle der Stadt reagiert.

Stuttgart - „La Bamba“ und „Café de Paris“ sind in der Innenstadt angekommen. Bunte Volksfestbuden bereichern seit wenigen Tagen das Stadtbild. So sehr sich die Schausteller freuen, endlich wieder arbeiten zu können und für den Mini-Wasen in der City keine Standgebühren bezahlen zu müssen, so sehr sind einige enttäuscht, dass keine Fahrgeschäfte zum Zug kommen und man einige von ihnen an Orte weit weg vom Publikumsverkehr geschickt hat. In München werde den Kollegen der Wiesn viel besser geholfen, heißt es bei den Stuttgarter Schaustellern. Auf die Kritik, die in unserer Zeitung zu lesen war, hat am Mittwoch das städtische Presseamt reagiert.

„Auf der Königstraße ist Platz nur bedingt vorhanden“

„Die Stadt versucht, möglichst attraktive Standplätze an die Schausteller zu vergeben“, versichert Sprecher Martin Thronberens. Doch die Buden bräuchten viel Platz, der selbst auf der Königstraße nur bedingt vorhanden sei. „Bäume und Sitzgelegenheiten schränken die Fläche ein“, erklärt der Rathausmann, „hinzu kommt, dass der Wochenmarkt durch den Umbau des Marktplatzes aktuell auf der Königstraße stattfindet.“

Der Schlossplatz wäre für die Schausteller durch das hohe Besucheraufkommen sicherlich sehr attraktiv, fährt Thronberens fort. Allerdings führe der Besucherandrang dazu, „dass sich die Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie dort kaum einhalten lassen, wie vorangegangene Versammlungen gezeigt haben.“ Man werde in Kürze sieben weitere Standorte an Schausteller vergeben.

Schausteller sagen, dass in München mehr möglich für sie ist

Der Betrieb von Fahrgeschäfte ist aus Sicht der Stadt nicht möglich, da sie für die zur Verfügung stehenden Flächen schlicht zu groß seien. Thronberens: „Außerdem haben wir das Lärm- und Musikproblem: Auch ohne Musik entsteht durch den Betrieb der Fahrgeschäfte angesichts der Bebauungsdichte in der Innenstadt und in den Bezirken unzumutbarer Lärm.“ Schausteller kritisieren, dass Stuttgart bei der Vergabe der Plätze viel strenger sei als München, wo der Wiesn-Ersatz sich auf größere Flächen ausbreiten dürfe.

Die Stadt Stuttgart hat den mobilen Wasen in der City zunächst bis zum 2. Oktober genehmigt. Eine Verlängerung sei möglich, werde jedoch erst in der zweiten Septemberhälfte, nach Ende der Sommerferien, geprüft, erklärt der Stadtsprecher. Da sich die Corona-Situation „derzeit sehr dynamisch entwickelt“, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Entscheidung über die Dauer des in der City mit großem Abstand verteilten Mini-Volksfestes treffen. „Auch über den Weihnachtsmarkt wird nach der Sommerpause entschieden“, sagte Thronberens.

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