Die zwei Milliarden Euro des Bundes reichen den Berechnungen des DJI zufolge nicht einmal annähernd aus. (Symbolbild) Foto: dpa/Marijan Murat

Nach einem „Spiegel“-Bericht wird der geplante Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen deutlich teurer als von der Bundesregierung geplant. Für die prognostizierte Kostenexplosion gibt es mehrere Gründe.

Berlin - Der geplante Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen wird nach einem „Spiegel“-Bericht deutlich teurer als von der Bundesregierung geplant. Das gehe aus einer bisher unveröffentlichten Berechnung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in München hervor.

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, bis 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter zu schaffen. Die dafür in Aussicht gestellten zwei Milliarden Euro des Bundes reichen den Berechnungen des DJI zufolge nicht einmal annähernd aus. Demnach seien für Investitionen in Ganztagsplätze mehr als fünf Milliarden Euro notwendig, und dann kämen noch einmal laufende Kosten von gut drei Milliarden Euro pro Jahr hinzu. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag die Zahlen des DJI.

Höhere Geburtenraten und Zuwanderung

Grund für die prognostizierte Kostenexplosion sei, dass 2025 durch höhere Geburtenraten und Zuwanderung laut DJI rund 187 000 Grundschulkinder mehr zu erwarten seien als von der Kultusministerkonferenz veranschlagt, heißt es in dem „Spiegel“-Bericht.

Karliczek sagte der dpa, die nun vorliegenden Berechnungen des Jugendinstituts leisteten einen wichtigen Beitrag, um die Bedarfe und Kosten für den Ganztagsausbau zu beziffern. „Ich freue mich, dass Bund und Länder sich auf dieser Basis nun auf eine gemeinsame Grundlage für die weiteren Planungen einigen konnten.“ Nach Angaben der Ministerin bleibt es aufseiten des Bundes bei der ursprünglich zugesagten Summe: „Mit dem geplanten Investitionsprogramm können Räume und Gebäude so gestaltet werden, dass sie attraktive ganztägige Angebote ermöglichen. Hier unterstützt der Bund die Länder mit zwei Milliarden Euro.“

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