Das Team vom Tafelladen freut sich, wenn die Bürger Lebensmittel zur Verfügung stellen. Foto: (Phillip Weingand)

Wegen der verstärkten Vorratshaltung der Haushalte gibt es weniger Lebensmittelspenden vom Einzelhandel. Auch jüngere Ehrenamtliche werden gesucht, da die überwiegend älteren Helfer zur Corona-Risikogruppe gehören.

Marbach - Die Corona-Krise betrifft zunehmend die Tafelläden im Land – und damit auch den in der Niklastorstraße. Denn weil immer mehr Menschen Hamsterkäufe tätigen, hat der Lebensmitteleinzelhandel weniger Spenden übrig. Etliche Tafelläden mussten deshalb schon schließen, etwa der in Bietigheim. Damit hier nicht dasselbe Schicksal droht, bittet der Verein Marbacher Tafel dringend um Unterstützung.

Mit Brot werde der Tafelladen nach wie vor beliefert, doch bei anderen Lebensmitteln zeichne sich ein Engpass ab, sagt der Erste Vorsitzende Ewald Pruckner und hofft auf die Hilfe der Bürger: „Wenn jemand Konserven, Nudeln oder andere Trockenwaren zu Hause hat, die er nicht benötigt, freuen wir uns, wenn er uns diese Lebensmittel bringt.“ Deren Mindesthaltbarkeitsdatum sollte dabei aber nicht überschritten sein.

„Es wäre schön, wenn die Bürgerinnen und Bürger die Bedürftigen in dieser Situation nicht alleine lassen und Lebensmittel spenden, damit auch die Ärmsten der Armen noch Gelegenheit zum Einkaufen haben“, appelliert Bürgermeister Jan Trost an die Hilfsbereitschaft der Marbacher. Helfen kann man aber auch mit einer Geldspende. Aus der Bürgerstiftung sind bereits 1500 Euro an die Tafel geflossen. Auch die Freien Wähler haben Geld gesammelt – insgesamt 1000 Euro, verbunden mit einem Dankeschön an die Ehrenamtlichen. Der Tafelladen hat laut Ewald Pruckner pro Monat 1000 Euro mehr an Ausgaben als an Einnahmen.

Benötigt werden jedoch nicht nur Geld- und Sachspenden, sondern auch ehrenamtliche Helfer, die die Lebensmittel an Bedürftige ausgeben, Waren auszeichnen oder als Fahrer die Lieferungen von den Supermärkten abholen. Denn die meisten Freiwilligen sind ältere Menschen und damit durch den Coronavirus besonders gefährdet.

Wie andere Geschäfte auch hat der Tafelladen besondere Hygienevorkehrungen getroffen: „Es dürfen sich derzeit nur zwei, maximal drei Personen gleichzeitig im Laden aufhalten und Kinder überhaupt nicht“, erklärt er die Vorsichtsmaßnahme. Das funktioniere auch gut, da die Menschen ohnehin eine Nummer ziehen müssten, um bedient zu werden. Außerdem seien die Helfer mit Mundschutz ausgestattet und hielten den empfohlenen Sicherheitsabstand ein.

Eine Einschränkung gibt es derzeit schon, erklärt der Vereinsvorsitzende: „Normalerweise können auch Bedürftige aus anderen Gemeinden mit ihrem Ausweis bei uns einkaufen; jetzt konzentrieren wir uns auf unsere eigenen Kunden.“ Etwa 300 bis 400 seien das derzeit, wobei pro Tag etwa 20 bis 25 Personen zum Einkaufen kämen. „Solange wir etwas bekommen, halten wir den Laden auf“, betont Ewald Pruckner. Wenn sich nicht genügend Ehrenamtliche fänden, werde man ihn notfalls an weniger Tagen öffnen.

Lebensmittelspenden können von Dienstag bis Samstag zwischen 14 und 14.30 Uhr in die Niklastorstraße 20 gebracht werden. Wer persönlich helfen will, erreicht dort auch die Leiterin der Tafel, Tanja Rapp, dienstags bis freitags zwischen 12.30 und 13.30 Uhr, samstags von 13 bis 14 Uhr, unter der Telefonnummer 0 71 44 / 86 08 00. Für Geldspenden gilt die IBAN DE92 6045 0050 0003 0897 81.

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