Christoph Ozasek ist Fraktionschef von Linke/Pirat in der Regionalversammlung und fordert eine „grundlegende Umkehr des auf ständiges Wachstum angelegten Wirtschaftssystems“. Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky

Auf dem Neujahrsempfang der Fraktion Linke/Pirat in der Regionalversammlung wird eine Umkehr in der Wirtschafts-, Verkehrs-, Wohnungs- und Umweltpolitik gefordert. Im nächsten Jahrzehnt müssten die Weichen neu gestellt werden, fordert Fraktionschef Christoph Ozasek.

Stuttgart - Die Verkehrswende, der Wohnungsbau und der Klimaschutz sind im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der Fraktion Linke/Pirat in der Regionalversammlung gestanden. Vor zahlreichen Gästen, darunter Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU), Vertreter von Grünen, SPD, Freien Wählern, Bürgerinitiativen und Verbänden, forderte Fraktionschef Christoph Ozasek eine „grundlegende Umkehr des auf ständiges Wachstum angelegten Wirtschaftssystems“. Die weltweiten Krisen machten deutlich, dass es „keine Wohlstandsinseln in einem Meer von Elend“ geben werde.

„Kein Einfamilienhaus mit SUV und Gartenzwerg“

Auf die Regionalpolitik bezogen bedeute dies, dass der „Flächenfraß“ beendet und der öffentliche Nahverkehr gefördert werden müsse: „Keinen neuen Straßenbau, auch nicht im Tunnel, keine Gewerbe- und Industrieflächen rund um den Flughafen, keine Einfamilienhaussiedlungen.“ Die Kommunen müssten mehr strategische Bodenbevorratung betreiben, die Wohnungspolitik stärker regional gelenkt werden und dicht bebaute Quartiere geschaffen werden. „Wir wollen autonom spielende Kinder und nicht autonom fahrende Stadtpanzer“, sagte Ozasek. Seine Fraktion lehne das „Einfamilienhaus mit SUV und Gartenzwerg“ ab.

Stadtplanung reformieren

Der Stadtplaner Philipp Dechow von der Hochschule für Technik forderte, neue Siedlungen „grundsätzlich so zu planen, als ob es kein Auto gäbe“. Die Stadtplanung müsse auf die Trassen des öffentlichen Nahverkehrs abgestimmt werden, die Stationen attraktiver gestaltet werden. Dechow stellte eine Studie eine Studiengangs vor, in der an S-Bahn-Haltestellen neue und dichte Wohnbebauung untersucht wurde. „Die Politik muss sich mehr um die Erreichbarkeit der Stadtquartiere kümmern“, sagte er.

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