Grüne Tomaten reifen im Freien jetzt kaum mehr Foto: Thiery RYO / Fotolia

Kartoffeln, Kürbisse, Äpfel: Bevor die ersten Fröste kommen, gibt es im Garten noch viel zu ernten. Was aber tut man mit Tomaten oder Paprika, die noch gar nicht reif sind?

Stuttgart -

Tomaten

Egal ob tagsüber die goldene ­Oktobersonne scheint oder nicht: Sinken die Nachttemperaturen unter zehn Grad, reifen ­Tomaten nicht mehr weiter. „Auch wenn die Pflanzen die Kraut- und Knollenfäule bekommen, pflückt man die Früchte an der ­Rispe ab und hängt sie entweder in die Sonne oder nimmt sie ins Zimmer“, sagt Rolf Heinzelmann, Geschäftsführer beim Landes­verband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg. Damit die Tomaten im Haus weiter reifen, brauchen sie Temperaturen zwischen 16 und 25 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz empfiehlt, die grünen Tomaten in Zeitungspapier oder eine Papiertüte einzupacken und einen Apfelschnitz ­dazu zu legen. Denn Äpfel verströmen das Reifegas Ethylen, das den Tomaten beim Rotwerden hilft. Wer einen warmen Heizungskeller hat, kann die Tomaten auch darin reifen lassen.

Kartoffeln

Spätkartoffeln müssen vor dem ersten Frost aus der Erde. Sobald sich das Laub gelb verfärbt, haben die Knollen die Restnährstoffe eingezogen und sind reif für die Ernte. „Manchmal will das Laub aber einfach nicht gelb werden, dann kann man den Prozess beschleunigen, indem man die Blattmasse abschlägt“, sagt Jörg Gensicke, Fachberater bei den Gartenfreunden Baden-Württemberg. Aus den übrig gebliebenen Stielen würden auch noch genügend Nährstoffe in die Kartoffelknollen wandern. „Wartet man zu lang mit der Ernte, steigt die Gefahr für Kraut- und Knollenfäule.“ Gelagert werden Kartoffeln am besten in einem kühlen, frostfreien Keller, und zwar weder zusammen mit Obst noch mit Gemüse. Andernfalls findet ein Gasaustausch statt, der die Kartoffeln schneller austreiben lässt.

Zwiebeln und Knoblauch

Auch hier kann man beim Reifen nachhelfen: Die Erde um die Knollen herum lockern, so kommt es zu Wassermangel, die Nährstoffe werden eingezogen. „Geerntete Zwiebeln und Knoblauch sollte man ein paar Tage zum Trocknen in die Sonne legen, dann zu Zöpfen flechten und auf einem kühlen Dachboden aufhängen“, sagt Gensicke.

Kürbisse

Früchte, die man im Sommer erntet, sind nicht lange haltbar. „Jetzt im Oktober gepflückte Früchte sind dagegen bis Weihnachten genießbar“, sagt Jörg Gensicke. Wer keine kühle Lagermöglichkeit hat, kann die Kürbisse auch noch bis zu den ersten leichten Frösten draußen hängen lassen. „Dann sollte man sie aber mit einem leichten Vlies abdecken.“

Äpfel

Bei Sommer- und Herbstsorten werden die Früchte reif geerntet. Das bedeutet: Der Stiel löst sich leicht vom Ast und die Apfelkerne sind schön braun. Winteräpfel dagegen werden Mitte Oktober unreif vom Baum gepflückt. Ab ­November/Dezember ist die enthaltene Säure dann so weit abgebaut und Zucker sowie Aromastoffe aufgebaut, dass die Äpfel schmecken. „Dazu muss man sie aber richtig lagern. Das heißt: In einen Keller mit möglichst zwölf Grad und einlagig in speziellen Regalen oder flachen Kisten“, sagt Fachberater Gensicke. Ähnliches gilt für ­Birnen oder Kiwis. Will man bei diesen Früchten den Reifeprozess beschleunigen, legt man einen Apfel oder eine Banane dazu – beide strömen das Reifegas Ethylen aus.

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