Am Engelbergtunnel beginnen die Arbeiten (Archivbild). Foto: factum/Weise

Im Engelbergtunnel beginnen am 2. September die Hauptarbeiten im Engelbergtunnel. In der ersten Bauphase wird unter der Fahrbahn gearbeitet.

Leonberg - Der Startschuss für die groß angelegte Baustelle im Engelbergtunnel fällt. Bis Mai 2024 müssen die durch Anhydrit geschädigten Innenschalen des Tunnels auf einer Länge von jeweils etwa 175 Meter saniert werden. Das Mineral, aus dem Gips gewonnen wird, dehnt sich bei Kontakt mit Wasser stark aus und übt einen immensen Druck auf die Röhren aus.

Sicherheitstechnik wird erneuert

Lediglich erste Vorbereitungen auf die große Baustelle waren die Arbeiten, die bisher im Engelbergtunnel stattgefunden haben – wie etwa die Erneuerung der Verkehrstechnik und der Löschwasserversorgungsanlage. Nun geht es unter der Federführung des Stuttgarter Regierungspräsidiums mit den Hauptarbeiten los. „Der Engelbergtunnel ist ein wichtiger Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur im Großraum Stuttgart und ein zentraler Bestandteil des Autobahndreiecks Leonberg. Die Arbeiten sind notwendig, um den Tunnel baulich und betriebstechnisch zu ertüchtigen“, erklärt der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer.

„Nach mehr als 20 Jahren Betrieb wird auch die gesamte Sicherheitstechnik im Engelbergtunnel auf den neuesten Stand gebracht“, erläutert der Regierungspräsident weiter. Das bedeutet, dass die komplette Sicherheits- und Betriebstechnik über die gesamte Länge beider Tunnelröhren (2520 Meter) erneuert wird. Außerdem werden alterstypische Schäden im Tunnel beseitigt. Um Verkehrseingriffe sowie die Bauzeit zu reduzieren, finden die Arbeiten parallel statt. Diese sind in sieben Bauphasen unterteilt und erfolgen rund um die Uhr in Tag- und Nachtarbeit an sieben Tagen in der Woche.

Autofahrer merken zunächst nichts

Noch nichts von den Arbeiten merken werden die zigtausend Autofahrer, die täglich den Tunnel passieren. Die wesentlichen Arbeiten der ersten Bauphase finden unter der Fahrbahn in den Kabel- und Abluftkanälen beider Tunnelröhren statt. Dabei wird die 50 Zentimeter dicke Fahrbahn um weitere 50 Zentimeter verstärkt, um die seitlich auf den Tunnelinnenschalen wirkenden Kräfte besser aufnehmen zu können. Außerdem finden Arbeiten in den beiden Betriebsgebäuden statt.

Diese Arbeiten sind bis April 2020 geplant. Dafür sind keine Verkehrseingriffe tagsüber erforderlich, lediglich in der Nacht von 20 bis 5 Uhr sollen einzelne Fahrstreifen gesperrt werden, teilt das Regierungspräsidium mit. „Wegen der Bedeutung des Engelbergtunnels für unsere wirtschaftsstarke Region hatten wir bei den Planungen im Blick, dass während der Baumaßnahme tagsüber alle sechs vorhandenen Fahrstreifen aufrechterhalten werden“, sagte der Regierungspräsident.

Vorarbeiten sind bereits seit 2016 über die Bühne gegangen

Seit Mitte 2016 sind eine große Anzahl an Vorarbeiten am Engelbergtunnel über die Bühne gegangen. Diese sollen die Verkehrs- und Arbeitssicherheit verbessern. Aber vieles musste auch eingerichtet werden, weil im Laufe der Baustellenzeit die Verkehrsführungen geändert wird. Ein Großteil dieser Maßnahmen ist bereits abgeschlossen oder wird in den nächsten Wochen beendet sein. Die Baukosten dafür betragen rund 25 Millionen Euro.

Für die nun anstehenden Bauarbeiten im Tunnel hat das Land eine Arbeitsgemeinschaft beauftragt, die aus drei Firmen besteht. Die Baukosten betragen etwa 130 Millionen Euro und werden vom Bund als Baulastträger übernommen.

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