Wo sich Tauben niederlassen, lassen sie auch gerne mal was fallen. Foto: /Carsten Koall

Tauben haben das Bahnhofsdach in Leinfelden zu ihrem Logenplatz erkoren und koten regelmäßig in die Unterführung. Passanten, die in den Taubendreck treten, sollten laut einem Experten bestimmte Dinge beachten.

Leinfelden - Es ist wieder schlimm geworden mit dem Taubendreck am Leinfelder Bahnhof, berichten Anwohner, und das sagt auch Bürgermeisterin Eva Noller. Das Problem: Die Tiere sitzen sehr gerne auf dem Dach des Leinfelder Bahnhofes. „Das ist quasi ihr Logenplatz.“ Ihren Kot lassen sie von dort oben aus – ganz ungeniert – in die Unterführung fallen. Passanten, die dort entlanglaufen, müssen gut aufpassen, nichts von oben abzubekommen oder nicht reinzutreten.

Das Problem ist nicht neu. Bereits im Frühsommer 2019 hatten sich die Ratten der Lüfte in der Dachkonstruktion des Bahnhofes eingenistet. Ein breiter Streifen ihrer weiß-gräulichen Hinterlassenschaften zog sich bereits damals zwischen den beiden Treppenaufgängen entlang.

Mittlerweile hat dies aber ein Ausmaß angenommen, das Bürger, die regelmäßig durch die Unterführung laufen müssen, nicht länger hinnehmen wollen. „Seit November sitzen die Tauben draußen auf dem Bahnhofsdach“ , machte eine Frau ihrem Ärger am Rande einer Gemeinderatssitzung Luft. Der viele Kot sei nicht nur optisch eine Zumutung, sondern sei sicher auch gesundheitsschädlich.

Experte rät zum Hände waschen

„Generell können alle Tiere Krankheiten übertragen“, sagt Albrecht Wiedenmann dazu. Er ist Sachgebietsleiter für Infektionsschutz und Umwelthygiene beim Kreisgesundheitsamt in Esslingen. „Im Vogelkot können Erreger enthalten sein, die möglicherweise Magen-Darm-Probleme auslösen.“ Dazu müssen aber Spuren der Ausscheidungen erst mit der Nahrung des Menschen in Verbindung gebracht werden. Der Fachmann rät bei einem Tritt in Taubendreck, die Schuhsohlen abzuspülen, die Schuhe vor der Wohnungstür stehen zu lassen und die Hände gründlich zu reinigen. Aus gesundheitlicher Sicht sei es sicher richtig, die Population der Tiere und damit auch das Ausmaß deren Ausscheidungen zu regulieren.

Mit Netz und Nägeln gegen die Plage

Die Stadt hat bereits 2019 versucht, das Problem am Leinfelder Bahnhof zu lösen. Ein Netz wurde angebracht. Das ging laut Noller schief, weil es zuvor nicht gelungen war, sämtliche Tiere zu vertreiben. Nach ein paar Tagen hat die Stadt bemerkt, dass in dem Netz Tauben gefangen waren. „Deshalb hat man es an einer Stelle wieder aufgemacht“, sagt sie. Genau dort sind die Tiere dann aber ein- und ausgegangen.

Dennoch will die Kommune Mitte März erneut ein Netz spannen, „diesmal ohne dabei Tauben einzusperren“, sagt die Bürgermeisterin. So will man verhindern, dass die Tiere die Unterführung weiterhin als ihre Toilette nutzen können. Auf den langen Rohren der Dachkonstruktion sollen zudem Nadeln angebracht werden, dass sich die Tauben dort nicht mehr niederlassen können. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, ein Taubenhaus aufzustellen und dort regelmäßig die echten Taubeneier gegen Plastikeier auszutauschen. „Da haben wir uns dagegen entschieden“, sagt Noller. Denn ein solches Haus bedürfe der ständigen Pflege.

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