Weil eine Lehrerin an offener Tuberkulose erkrankt ist, müssen sich drei Klassen eines Stuttgarter Gymnasiums Tests unterziehen. 80 bis 90 Schüler der Mittelstufe sind betroffen. Bei einzelnen davon bestehe Verdacht auf eine Ansteckung.

Stuttgart – Weil eine Lehrerin an offener Tuberkulose erkrankt ist, müssen sich drei Klassen eines Stuttgarter Gymnasiums Tests unterziehen. „Einen ersten Untersuchungslauf in der Schule haben wir bereits gemacht, ein zweiter wird in einigen Wochen folgen“, sagte Martin Priwitzer, stellvertretender Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts, den „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstag). Betroffen seien 80 bis 90 Schüler der Mittelstufe. Bei einzelnen davon bestehe Verdacht auf eine Ansteckung. Allerdings seien die Schüler lediglich infiziert, die Krankheit sei nicht ausgebrochen und auch nicht ansteckend. Ob die Infektion von der Lehrerin her rühre oder bereits länger vorhanden sei, etwa durch eine Ansteckung im Urlaub, lasse sich nicht sagen. „Die Schüler können alles machen, der Betrieb an der Schule kann nach den Pfingstferien normal weiter gehen“, so Priwitzer.

Die gefährliche bakterielle Infektionskrankheit Tuberkulose, die besonders die Lungen befällt, ist in Baden-Württemberg keineswegs ausgerottet. Laut Landesgesundheitsamt sei der Trend bis 2008 rückläufig gewesen, stagniere seither aber, berichtet das Blatt. Im vergangenen Jahr hat das Amt 478 Fälle registriert. 25 Erkrankte starben, sechs davon direkt an der Tuberkulose und 19 an anderen Ursachen. Fast zwei Drittel der Betroffenen waren Männer.

Erkrankungsfälle an Schulen sind laut Priwitzer selten. In der Landeshauptstadt sei seit Jahren keiner mehr registriert worden. Risikogruppen seien besonders ältere Menschen, die sich in der Kriegs- und Nachkriegszeit infiziert haben, Suchtkranke und Obdachlose mit geschwächtem Immunsystem sowie Menschen, die aus bestimmten Ländern stammen oder sich dort aufgehalten haben. Hohe Infektionszahlen gibt es besonders in China, Indien, Afrika und Teilen Osteuropas.

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