Das Wetter macht den Böden in Baden-Württemberg zu schaffen Foto: dpa

Aufgrund der aktuellen Wetterkapriolen und des Niederschlagsmangels sind die Nährstoffkonzentrationen in den Böden Baden-Württembergs auf historisch hohe Werte angestiegen.

Stuttgart - Das trockene Wetter im bisherigen Jahresverlauf und Düngung durch die Landwirtschaft machen den Böden in Baden-Württemberg zu schaffen.

Nach vorläufigen Daten des Stuttgarter Landwirtschaftsministeriums (MLR), sind die Nitratwerte landesweit aktuell erheblich höher als in Normaljahren. „Derzeit messen wir Konzentrationen von knapp unter 60 Kilogramm Nitrat pro Hektar in den Böden“, sagte Thomas Berrer, Referatsleiter im MLR unserer Zeitung. Üblich seien Werte zwischen 40 und 50 Kilogramm. Nitrat gelangt vor allem durch Gülle, Mist und Mineraldünger in die Böden. Durch die Trockenheit hätten die Pflanzen die Stoffe dieses Jahr „schlecht aufnehmen“ können, sagte Berrer.

Experten warnen vor Belastung des Grundwassers mit Düngemittelrückständen

Nach Angaben des zweitgrößten Wasserversorgers im Land, der in Stuttgart ansässigen Landeswasserversorgung (LW), zeigen eigene Messungen im Osten des Landes derzeit sogar die höchsten Werte seit dem Jahr 1988. „Wir sehen historisch hohe Nitratwerte in den oberen Bodenschichten“, sagte ein Sprecher der LW unserer Zeitung. Es bestehe die Gefahr, dass die Belastung des Grundwassers mit Düngemittelrückständen in den kommenden Monaten stark ansteige. Von der Landeswasserversorgung erhalten mehrere Millionen Menschen in Baden-Württemberg und Bayern ihr Trinkwasser.

Die Lage könnte auch für die Bauern in Baden-Württemberg Auswirkungen haben. Im Moment liefen Messungen auf landwirtschaftlichen Flächen, hieß es vom MLR. Überschreite die Nitratkonzentration bestimmte Referenzwerte könnten den Bauern Landeszuschüsse für nachhaltigen Ackerbau gekürzt werden. Vom Bauernverband hieß es, die Landwirte düngten immer „bedarfsgerechter“. Langfristig sinke die Nitratbelastung im Grundwasser sogar.

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