Steht im Aufgebot der belgischen U21: Orel Mangala vom VfB Stuttgart Foto: Baumann //Tom Weller

Warum Reisen zu Fußball-Länderspielen und deren verwirrende Umstände in diesen schwierigen Zeiten weltfremd wirken.

Stuttgart - Der gesunde Menschenverstand soll ja insbesondere in Krisenzeiten helfen, deshalb vorneweg ein Gedanke, für den der gesunde Menschenverstand nicht mal besonders ausgeprägt sein muss: Reisen in Risikogebiete, ob nah oder fern, mitten in der Pandemie – das sollte nicht passieren. Privat eh nicht. Und beruflich, nun ja, so wenig wie möglich. Womit wir beim Thema wären: Fußball-Länderspiele stehen an, das kickende Personal also soll seinem Beruf nachgehen. Wofür es reisen muss, teils um die halbe Welt. Geht’s noch, will man da fragen. Und sollte dennoch einen Blick in die Tiefe wagen.

Denn bei aller berechtigter Kritik am Sinn der Länderspielreisen muss eines klar sein: Alle Teams werden in einer Blase leben, sie werden so gut es geht abgeschottet sein. Die Anreise der Spieler zu den Teams aber steht da nicht auf dem Papier. Ebenso wie die Verwirrung rund um die Nominierungen der Profis.

Reisen oder bleiben

Reisen oder bleiben, Quarantäne hinterher oder nicht, über diese Fragen rund um die Nationalspieler entscheiden in Deutschland aktuell die lokalen Gesundheitsbehörden. Und wo das Amt eine fünftägige Quarantäne für alle Rückkehrer anordnet, behalten die Vereine ihre Spieler, na klar, meist zu Hause. So werden manche Bundesligaclubs nun in der Länderspielpause in fast voller Kaderstärke trainieren können – und andere nicht. Chancengleichheit sieht anders aus.

Was also ist zu tun? Vielleicht sollte die Profisportbranche inklusive der Verbände, und damit ist nicht nur der Fußball gemeint, mal kurz innehalten. Und sich bei allen finanziellen Zwängen und anderen Problemen fragen, ob das nächste Länderspiel – ob im Fußball, Handball, Volleyball oder sonst wo – wirklich immer sein muss. Oder ob der Mut zur Absage in diesen Zeiten nicht oft die bessere Alternative wäre. Für die Gesundheit. Aber auch für die Chancengleichheit. Und manchmal auch für eine geringere Belastung der Sportler mit ihren meist ohnehin viel zu vollen Terminkalendern.

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