Kultusministerin setzt ganz auf Landespolitik Eisenmann deutet Verzicht auf OB-Kandidatur an

Von Nils Mayer 

Kultusministerin Susanne Eisenmann und Innenminister Thomas Strobl – auf dem Weg zur CDU-Spitzenkandidatur im Landtagswahlkampf 2021? Foto: dpa
Kultusministerin Susanne Eisenmann und Innenminister Thomas Strobl – auf dem Weg zur CDU-Spitzenkandidatur im Landtagswahlkampf 2021? Foto: dpa

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) wird schon lange nachgesagt, mit der Spitzenkandidatur ihrer Partei zu liebäugeln, weil die Unzufriedenheit in Teilen der Partei mit CDU-Chef Thomas Strobl so groß ist. Jetzt wirbt sie Stuttgarts wichtigsten Bürgermeister Michael Föll ab – was steckt dahinter?

Stuttgart - Nach dem Coup mit Michael Föll als ihrem künftigen Amtschef hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) angedeutet, dass sie nicht Kandidatin bei der Stuttgarter OB-Wahl im Herbst 2020 werden will. Sie habe auf den Themenfeldern Kultus, Jugend und Sport vielfältige Aufgaben vor sich, sagte Eisenmann im Interview mit unserer Zeitung: „Deshalb liegt meine Konzentration auch künftig ganz klar auf der Landespolitik.“

Dass sie sich mit Föll, dem bisherigen Finanzbürgermeister und ersten OB-Stellvertreter der Stadt Stuttgart, in Stellung für eine Spitzenkandidatur bei der nächsten Landtagswahl 2021 bringt, wies die Ministerin zurück. Das sei eine „völlige Fehlinterpretation“. Es gehe ihr darum, ihr Haus für die anstehenden Herausforderungen optimal aufzustellen. Vieles bringe man erst noch auf den Weg, was eng begleitet werden müsse. Wann Föll seinen Schreibtisch im Stuttgarter Rathaus räumt und an ihre Seite kommt, steht noch nicht fest. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass Föll voraussichtlich Ende Februar ins Kultusministerium wechseln werde. Wer sein Nachfolger wird, ist noch unklar.

Dem Fraktionschef der CDU im Gemeinderat, Alexander Kotz, werden schon länger Ambitionen auf den Posten nachgesagt. „Ich werde bis Mitte kommender Woche entscheiden, ob ich den Hut in den Ring werfe“, sagte Kotz unserer Zeitung. Er wolle jetzt Gespräche führen – im privaten Umfeld, in der Partei und im Rathaus, unter anderem mit Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne).

Kuhn bedauerte die Entscheidung von Föll, in die Landesverwaltung zu wechseln. Der Oberbürgermeister würdigte dessen Kenntnisreichtum, dessen politisches Gespür und dessen strategisches Geschick als herausragend. Föll sagte, er gehe „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“.

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